Der Jugendbund
- Journal
- Der Jugendbund
- Volume
- 2 (1926)
- Issue
- 8 (1.5.1926)
- Date
- 1926-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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^f^tvoth elc^**. ^^urUr^A DERJUbENDM Organ des Bezirksverbandes Jüdischer Jugendvereine Westdeutschlands und des Rheinisch Westfälischen Bezirksverbandes Jüdischer Jugendvereine JÜDISCHE BLÜITEfi Ausgabe fOFdzn Usröand der iBd! sihsn Jugenduspeine BeLisdilands Anzeigenpreis: 0.15 Goldmark für die 6gespaltene mm-Zeile / Bestellungen nur bei der Schriftleitung oder den Vereinen / Druck und Verlag: A. Gerisch & Co., G. m. b. H.. Düsseldorf. W'allstraBe 10 Alle Einsendungen redakt. u. geschafft. Art an Dr. Klein, Düsseldorf / Schriftleitung: Rabbiner Dr. Klein. Düsseldorf, Haroldstra&e 4 Fernruf Nr. 7390 X. JAHRGANG / Nr. S des J u g e n d 1> u n d e t Düsseldorf, den 20. Mai 1926 15. JAHRGANG / Nr. 7 I der jadischen Butler Gesundung Zur. 6. Delegiertentagung: des Verbandes der Judischen Jugendvereine In Düsseldorf vom 22. bis 24^81 1926 , Von Rabbiner Dr. Klein, Düsseldorf. Am 8. M«i wurde unter allgemeiner Beteiligung in der gewaltigen Khcinhalle, dem Planetarium, die Große Ausstellung für Gesundheitswesen, soziale Fürsorge und Leibesübungen in Düsseldorf feierlich eröffnet. Vor wenigen Monaten noch stand die Stadt unter dem Drucke der Besatzung. Mehr als in andern Teilen Deutschlands ist hier die unerträgliche wirtschaftliche Lag« zu spüren, hier in dem Zentrum einer gewaltigen Industrie, zugleich der Stätte emporstrebender Kuist. Wer das gewaltige Werk, das allen Gewalten zum Trotz entstanden ist, überschaut, der wird tief berührt von der Kraft und dem unerschütterlichen Willen, die aus dem Gcschaft'enen zu uns sprechen. Es ist der Wille zur Gesundung, der Wille zur Ueberwindung jeder Schwierigkeit und alles Kranken, der;den Gedanken zu diesem großen Werke eingegeben und es hat gelingen lassen. Es ist nicht von ungefähr, daß der Verband der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands seine erste Tagung nach dem jahrelangen Niedergang aus Anlaß der Großen Ausstellung in Düsseldorf abhält. Hier ist für den Beschauer, der mehr als oberflächlich das Dargebotene auf ich wirken läßt, der Weg zu wahrhafter Gesundung su sehen. Hygiene baut sich auf auf der klaren Erkenntnis des Gegebenen. Bessern kann man nur, wenn man die Veranlassung der Krankheit klar erkennt und aus den Fehlern der Vergangenheit lernt. Das menschlich Wertvollste aber, was diese Ausstellung bietet, ist die eindringliche Art, in der der Wert und die Notwendigkeit sozialen Denkens und Handelns vor Augen geführt wird. Hier merkt man, was es heißt, Mensch unter Menschen zu sein. Der Gedanke, der Gemeinschaft spricht eindringlich zu uns. So versteht man auch, daß auf dieser Ausstellung das Judentum nicht fehlen durfte, das ja als seinen höchsten Ruhmestitel in Anspruch nehmen darf, „den Nebenmenschen erfunden", in seinem Sabbat den Tag der Würde und des Rechtes aller Menschen auf ein menschenwürdiges Dasein geschaffen zu haben. Unser Verband darf schon deshalb mit vollem Recht in seinem Titel das Wort „Jüdisch" führen, weil er die grundlegende Forderung des Judentums auf seine Fahne geschrieben hat, die Forderung der Gemeinschaft, die nicht fragt nach Partei und Richtung. Wir wollen in diesem Augenblick nicht danach fragen, woran es gelegen hat, daß unser Verband nach dem Höhepunkt, den die Bonner Tagung im Jahre 1922 zu zeigen schien, einen solchen Absturz erlitten hat. Wir wollen uns, die wir von der Notwendigkeit und der Kraft unsrer Idee überzeugt sind, fortreiten lassen von' dem Willen zur Gesundung und zur Ueberwindung, der aus dem großen Werke der Gesolei zu uns spricht. Wie seine Schöpfer nur vorwärtsgesebaut haben, so wollen wir zusammenkommen, um eine glückliche Zukunft unsres Verbandes zu schaffen. Daß dies möglich ist, zeigen die wenigen Monate, die verflossen sind, seit unsre Führer in Berlin zusimmcn waren und beschlossen, den Ver» such des Neuaufbaues frisch zu wagen. Unser Verband lebt Starke' Liebe vieler durch ein einheitliches Ziel verbundener Freunde trägt ihn und treibt ihn vorwärts. Was uns fehlt und was unsre Beratungen schaffen sollen, das ist die Einheitlichkeit, die allein aus den vielen Vereinen einen wirklichen Verband machen kann. Deshalb sind wir von der üblichen Methode vieler in ihrer Mannigfaltigkeit verwirrender Referate, abgegangen. „Wesen und Arbeit des Verbandes" sollen von un^ ergründet und eindeutig klargestellt werden. Damit hoffen wir, endlich einmal die Fundamente festzulegen, auf denen wir gemeinsam weiterbauen können. Und nun ein Wort an euch, die ihr als Abgesandte unsrer Vereine hierherkommt, um mitbestimmend zu arbeiten zum Besten unsres Verbandes. Denkt bei allen Beratungen, bei I all euren Worten an die Verantwortlichkeit, die uns! alle beseelen muß für das große Ganze. Unsre Tagung muß eine große Linie zeigen, muß getragen sein von «fem Willen zu wahrhafter Gesundung, muß dartun, daß wir gewillt und fähig sind, Sonderinteressen und kleinliche Bedenken hintanzustellen, damit ein einheitlicher, von großzügigem Geiste getragener Bau entstehe. Mannigfaltig sind und sollen sein die Menschen, die wir vereinen, aber einen soll uns das große Ziel: die Schaffung wahrer jüdischer Gemeinschaft durch die jüdische Jugend Deutschlands. Spruch Der Sprechchor des JJV. Düsseldorf wirj diesen Spruch zur Begrüßung der GäV.e bringen. Ja, ich weiß, woher ich stamme. Ungesättigt, gleich der Flamme, Glühe und verzehr' ich mich. Licht w>rd alles, was ich fasse, Kohle alles, was ich lasse. Flamme bin ich sicherlich! Nietzsche. Zur Beachtung! Mitteilungen der Verbandsleitung auf Seite 13 Vereinsnachrichten auf Seite 14 bis 15 i