Der Jugendbund
- Journal
- Der Jugendbund
- Volume
- 2 (1926)
- Issue
- 4 (25.3.1926)
- Date
- 1926-03-25
- Page
- [Seite] (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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ist die Arbeit des Jugendbundes durch die außerordentliche Zersplitterung der Jugend sehr erschwert. Es bestehen außer dem Uauplvcrein Bünde in Berlin N. und in Friedenau. Außer einem Wanderhe'm besitzt der Verein keine eigenen Räumlichkeiten, sondern muß die Gastfreundschaft der Logen in Anspruch nehmen, was wegen der "starken Belegung des Logenhauses zu Unzuträglirhkciten führt. Auf Anregung des Vcrriandsvnrsitzcnden soll versucht werden, in' allen Stadtteilen tiruppen zu gründen, um die Jugend besser erfassen zu .können. Auch soll eine energische Arbeit zur Erfassung der jüngsten Jugend einsetzen. — .Der Landesverband soll möglichst bald geteilt werden, weil die Arbeit wegen der übergroßen Ausdehnung nicht in der nötigen Weise geleistet werden' kann. Der Führer des L. V., Rabbiner Dr. Nobel, wird r.n\criüglich alle Vereine besuchen. Auch andere Führer haben sich zn Reisen in die Vereine, zur Verfügung gestellt. Das ehemalig« Vorbandsbüro wird gemeinsam mit der Ortsgruppe Berlin des R.fF. wieder in Ecnutzung genommen, um die L.-V.- Ange'legenhciten in energischer Weise in die Hand zu nehmen. Die Sportgruppeh arbeiten gut zusammen mit den Sportgruppen des R.IF. Der Landesverband umfaßt augenblicklich 24 Verein«. Dem Monatsbericht des Badischen Landesverbandes ist zu entnehmen, daß dort in sämtlichen Vereinen außerordentlich reges Leben herrscht. In Mannheim hat sich eine jüdische .Jugendgemeinschaft gebildet, deren Anschluß an den Verband zu erwarten steht. Nach persönlichen Verhandlungen mit der Verbandsleitung hat uroer Freund Rabbiner Dr. Schüftan, Erfurt, die Werbearbeit in Thüringen wieder übernommen. Der von ihm geleitete Erfurter Verein arbeitet sehr rege: die in vielen Gemeinden, durch Trennung^kämpfe verursachten Schwierigkeiten werden uns nicht hindern, innerhalb eines Jugendbundes die erste Lösung des Konfliktes durch die Jugend zu versuchen. Aiijj Bayern haben wir endlich wieder Nachricht des Kitzinger Jugtndbundcs von seiner Arbeit. Leider ist es uns r efcht gel ingen, einen-unserer ehemaligen Führer für die Arbeiten zur Wiedererrichtung des Bayrischen Landesverbandes zu gewinnen. — Dagegen scheint unter Leitung von tHcrzfcld, Frankfurt, die Werbearbeit im Bezirk des ehemaligen Landesverbandes Hes'en-N'ascau rege eingesetzt zu haben, so (tfcfl hier bald :r.:t dem Anschluß weiterer Vereine zu -rechnen Ist. Von dem erwachenden Leben in Hessen zeugen folgende Zuschriften, die kurz vor Redaktionsschluß uns zugegangen sind: Der Jüdische Jugendring, Frankfurt a. M., schreibt: ,,Auf die Initiative des Vereins Montefiore (unseres Verbandsvereins) bildete sich in Frankfurt der Jüdische Jugendring. In ihm haben sich fast sämtliche jüdischen Jugendorganisationen der verschiedensten Richtungen zusammengeschlossen zu gemeinsanier Arbeit und repräsentativer Vertretung." Wir begrüßen dieses Zeichen des Einheitswillens als ein« Tat. die ganz auf der Linie unseres Verbandsprogrammssich befindet. Aus Limburg (Lahn) erhalten wir folgendes Schreiben: ,,Die am 20. März versammelte jüdische Jugend Limburgs hat mit Freude konstatiert, daß der JJB. Limburg seine Tätigkeit wieder aufnimmt und sich zur Aufgabe gestellt hat, seine idealen Ziele zu verwirklichen. Ein einstweiliger Vorstand wird die Leitung übernehmen und für schnellste Einsetzung der Heimabende sorgen; ebenso wird er die Einteilung in die einzelnen Gruppen übernehmen." Endlich wäre aus dem Gebiet des Pfälzer L. V. zu berichten, daß der Jugendverein Saarbrücken trotz der besonderen Schwierigkeiten im Saargebiet tätige Arbeit leistet und uns durch besonders stark ausgeprägte Verbandstreue sehr erfreut. Der Rheinisch-Westfälische Bezirksverband hatte am letzten Sonntag eine stark besuchte Führerversammlung, der von der Verbandsleitung Bonnin, Bielefeld, und Herbert Felsenthal betwohnten. Neben der ausgedehnten Aussprache über die Vorbereitungen zur Delegiertentagung wurden wesentliche Beschlüsse zur Sommerarbeit gefaßt. Die regelmäßige Vereinsarbeit (sogenannte Winterarbeit) soll bis Pfingsten durchgeführt werden, in den Sommermonaten wird an jedem ersten Sonntag eines Monats eine Zusammenkunft der Vereinsleiter und anderer Führerpersönlichkeiten stattfinden, in welcher systematisch die Grundlagen der Arbeit im kommenden Winter festgelegt werden sollen. Eine Einrichtung, die Gewähr dafür bietet, daß in diesem Bezirk einheitliche Verbandsarbeit geleistet werden wird. Am 11. April tagt d?r Vorstand des Nordwestdeutschen Bezirksverbandes, am 13. April tritt der Badische Landesverband zu einer Vorbesprechung für die Delegiertentagung des Verbandes zusammen. .J VEREINSNACHRICHTEN Mitteilungen des Bezirhsverbandes jüdischer Juqendvereine Westdeutschlands 1. Zur Rednerliste: Herr Fritz Wortclmann bittet uns, mitzuteilen, da3 er alleiniger Dramaturg der Vereinigten Stadttheater Bochum-!-uisburg ist, während unser Verbandsfri :-id Heuser an den gleichen Bühnen in erster Linie schauspielerKc'.cs Mitglied ist, außerdem auch dramat-.:: .'isch arbeitet. — Herr Henrik Landau, Dozent am Freien l Jüdischen Lehrhaus in Frankfurt am Main, Adresse Wolfs- ,,.mg'>ira£e 143, ist bereit, in unseren Vereinen zu sprechen. Themen: 1. Die KrisU im Judentum (zur gegenwärtigen Situatii-n des Judentums). 2. .lugend und Volksschicksal (Aufgaben der jüdi-rchen Jugend). 3. Untergang und Auferstehung. .4. König, Priester und Prophet im antiken Judentum. 5. Staat und Religion im Judentum. 6. Die erste jiidl che Diasp^-i i'nd ihre Bedeutung für die Gegenwart. 7. Pharisäer i > S-i Luxier. 8. Da; Judentum und die Kulturen -<ier Wc. 9. -ie r.:e«sianische Idee. Die Vereine wollen sich direkt i*it dem Redner in Verbindung setzen. 2. Die KJsgen über Nichtveröfientlirhung voji Vereinsnachrienten sind nur gegenüber den Vereinslcitern berechtigt, die Schrifilcitung veröffentlicht alle Vereinsnachrichten, die ihr :m Laufe des dem Erscheinungstag vorhergehenden Montag zugehen. 3. Wj^ bitten die Vereine dringend um genaue Beantwortung folgender Fragen: a) Mitgliederzahl (aktiv und passiv), b) Höhe des Mitglied-beitrags, <■) Größe der Bücherei, <j) Winterarbeit: Wieviel Vorträge, wieviel Heimabende '.vurden veranstaltet? Waren die Veranstaltungen z>i»!enartig verbunden? > Besteht eine eigene Sportgruppe? Oder in welchem Verhältnis steht der Jugendverein zu anderen jüdischen Turn- und Sportgruppen? f) Bestehen besondere Schülergruppen? Wenn nicht, welche Jugendbewegungsgruppen und in welcher Stärke bestehen? Welche nicht neutralen Jugendvereine existieren? g) Welche Unterstützung durch Gemeinde oder ander« jüdische Organisationen werden bezogen? h) Wie vollzieht sich die Arbeit im Stadt-(Kreis-)Ausschuß für Jugendpflege? Die, Beantwortung sämtlicher Fragen erwarten wir bis zum 15. April, da wir das Material zur Vorbereitung der Ver. bandstagung benötigen. 4. Es wird nochmals an die Pflichtvcranstaltung von Trelffahrten bis zum 25. April erinnert. 5. Redaktionsschluß für die nächste Bezirksausgabe: 5. ApriL Mit Verbandsgruß Herbert FelsenthaL Jüdischer Jugendverein, Düsseldorf Anschriit: Leopold Vogel, Graf-Adolf-Straße 75. Heim Oslstraße 50. 26. 3. 9 Uhr: Freitagabendfeier mit Bewirtung. 29. 3. Seder-Abend des Jugendvereins in der Wohnung von Ksntor Vogel. 7. 4. SM Uhr: Mittwochs-Heimabend zu den Vorträgen vo| Dr. Eschelbacher und Ernst Simon. Referat Ida Lieber« mann. Leitung Herbert Fclsenthal. 9. 4. Freitagabendfeier mit Bewirtung. 13. 4. iVt Uhr: Ordentliche Generalversammlung. Tagesordnung: Tätigkeits- und Kassenbericht; Wahl des Vor« Standes; Sommerarbeit, insbesondere Wandern; Verschiedenes. Im Anschluß an die Generalversammlung Aufführung von Szenen aus „Jaakobs Traum", von Behr Hofmann, durch Mitglieder der künstlerischen Arbeitsgemeinschaft. Geschichtskursus: Nächster Arbeitsabend am 12. April. Künstlerische Arbeitsgemeinschaft: Nächster Abend am 8. ApriL — H — -1