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Der Jugendbund · 1926-03-11 · 3 (11.3.1926) · p. [Seite]

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Journal
Der Jugendbund
Volume
2 (1926)
Issue
3 (11.3.1926)
Date
1926-03-11
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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ORGAN DES BEZIRKS VERBANDES JÜDISCHER JUGENDVEREINE WESTDEUTSCHLANDS UND DES RHEINISCH-WESTFÄLISCHEN BEZIRKSVERBANDES JÜDISCHER JUGEND VEREINE Sdiriflleltung: Rabbiner Dr. Klein. Düsseldorf, Haroldstrafee 4 / Fernruf Nr. 7390 / Drude und Verlag: A. Gerisch XL Co.. C. m. b. H.. Düsseldorf. Wallstrafie 10 / Alle Einsendungen redaktioneller und geschäftlicher Art an Dr. Klein, Düsseldorf / Anzeigenpreis: 0.1S Goldmark für die 6gespaltene mm-Zeile / Bezugspreis: IS Pfennig monatlich einschließlich freier Zustellung / Bestellungen nur bei der Schriftleitung oder den Vereinen / Erscheint alle 14 Tage 2. Jahrgang DUSSELDORF, DEN 11. MARZ 1926 Nummer 3 Zur Jugendfrage in M.Gladbach Der Verein Jüdischer Bürger in M.Gladbach sendet uns auf unseren Leitartikel in der letzten Bezirksausgabe folgende Erklärung: Im Leitartikel Nr. 1 Ihrer werten Zeitung wird auch der unterzeichnete Verein erwähnt und es wird gefragt: „Kann ein Bürgerverein arbeiten?" Wir haben darauf zu antworten, er kann nicht nur arbeiten, er arbeitet in M.Gladbach auch in Wirklichkeit so stark, daß alle Altersstufen, insbesondere auch die Jugend, zu tätiger Mitarbeit herangezogen werden. Er ist noch vor dem Versuch gegründet worden, die fast allerorten eingegangenen Jugendvereine wieder ins Leben zu rufen, um das Interesse auch der Jugend für die Ideale des Judentums zu stärken. Man muß schon am Ort selbst wohnen, um sich ein objektives Urteil zu bilden und davon zu überzeugen, daß sich die jüdische Jugend hier jüdisch betätigen kann. Wäre in allen jüdischen Gemeinden ein so starkes und bewußtes jüdisches Leben wie in M.Gladbach, dürfte manche Klage verstummen. Verein Jüd. Bürger, e. V., M.Gladbach: Rabb. Dr. Gelles, Karl Mayer, Hugo Feldmann, David Schnock, Max Reincmann, Alb. Liffmann, Max Meyer, Norbert Neuhaus, L. Grünstein. Wir haben dieser Erklärung nur weniges hinzuzufügen. Nach unseren sorgfältigen Erkundigungen besteht die Hauptaufgabe des Vereins in der Pflege der Geselligkeit. Es werden daher jährlich zwei große Feste und eine Reihe kleinerer Tanzvergnügen abgehalten. Der Weckung des geistigen Interesses der Mitglieder hat sich leine Arbeitsgemeinschaft angenommen, der die Loge, die Gemeinde und die Ortsgruppe des RJF. außerdem angehören, welche eine Reihe guter Vorträge veranstaltet. In letzter Zeit wurde der Versuch der Gründung einer Sterbekasse gemacht, allerdings ohne Erfolg. Den Turnbetrieb hat ein selbständiger Turnverein übernommen, auf den der Verein durch Entsendung von Vorstandsmitgliedern Einfluß nimmt. Für den Sommer sind Wanderungen in Aussicht genommen. In letzter Zeit veranstaltet der Verein wöchentlich Freitagabendfeiern, die unter der hervorragenden Leitung des Herrn Rabb. Dr. Gelles großen Anklang finden. Wenn wir von dieser schönen Einrichtung absehen, können wir nichts in dem Programm des Vereins entdecken, was der Jugend Gelegenheit zu tätiger Arbeit geben könnte. Man hat das im Vorstand des Vereins wohl auch instinktiv oder — bewußt erkannt und die Gründung einer besonderen Jugendgruppe geplant. Aus unbekannten Gründen hat man davon abgesehen, die daraufhin angeregte Wiederaufrichtung des Gabriel-Rießer-Vereins hat man bekämpft. Wir wiederholen unseren Appell an die verantwortungsvollen Führer der dortigen Gemeinde: Gebt der Jugend ihre eigene Gemeinschaft, in der sie gestaltende Arbeit leisten kann. Wir wollen euch, wie es unsere Pflicht ist, gerne helfen. H. F. Arbeitsgemeinschaft Von Ernst Marx, Elberfeld. Wir veröffentlichen diesen Beitrag mit der von dem Vorsitzenden des JJV. Elberfeld-Barmen geschriebenen Entgegnung, weil die in ihm ausfesprochenen Gedanken uns für die in manchen tädten Westdeutschlands herrschende Situation symptomatisch erscheinen. Das Verhältnis unsrer Bünde zu einzelnen außerhalb stehenden Arbeitsgruppen verdient die vollste Beachtung der Leitung. Unsre Arbeit muß dahin gehen, diesen Gruppen die Ueberzeugung von der Betätigung unsrer Bünde zu positiver Arbeit zu vermitteln. Die Befolgung . der neuen Richtlinien des Verbandes, die immer klareres Profil gewinnen, wird die Gewinnung und den Anschluß wertvoller Gruppen erleichtern. H. F. Da ich in diesen Blättern verschiedentlich' auf den Gedanken der Arbeitsgemeinschaft gestoßen bin, ist es mir Bedürfnis, einmal kurz darzustellen, was ich unter einer A.-G. der jüdischen Jugend verstehe. Zunächst einmal etwas Grundsätzliches: Die A.-G. soll Jugendbewegung sein,' nicht Jugendpflege. Was heißt Jugendbewegung zum Unterschied von Jugendpflege? Diesen Unteri schied will ich betonen und klarlegen, denn der Sinn der A.-G. soll eine neue jüdische Jugendbewegung sein, eine Bewegung, die von der Jugend ausgeht, welche wieder zum Judentum zurück will. Zurück aber durch sich selbst, nicht aber unter der Führung der älteren Generation, deren Führer versagt haben und deren Wege falsch gewesen sind. Zurück unter eigener Führung und auf eigenen Wegen.''Weshalb nicht unter der Führung eines älteren, erfahreneren Menschen mit großem Wissen? Weil wir endlich dazu kommen müssen, selbst zu Zur Beachtung! Folgende Vereine zeigen in dieser Nummer ihre Veranstaltungen an: Aachen, Attenkirchen, Düren, Dusseldorf, Elberfeld-Barmen, Jülich, Bad Kreuznach, Trier, Duisburg, Essen, Hamborn, Recklinghausen, Wanne-Eickel. — i —

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