Der Jugendbund
- Journal
- Der Jugendbund
- Volume
- 1 (1925)
- Issue
- 22 (17.12.1925)
- Date
- 1925-12-17
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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DER JUGENDBUND ORGAN DES BEZIRKSVERBANDES JÜDISCHER JUGENDVEREINE WESTDEUTSCHLANDS UND DES RHEINISCH-WESTFÄLISCHEN BEZIRKSVERBANDES JÜDISCHER JUGEND VEREINE Schriftleitung: Rabbiner Dr. Klein. Düsseldorf. Haroldstrafce 4 / Fernruf Nr. 7390 / Druck und Verlag: A. Gerisch £ Co.. G. m. b. H, Dusseldorf. Wallstrafee 10 / Alle Einsendungen redaktioneller und geschäftlicher Arl an Dr. Klein. Düsseldorf / Anzeigenpreis: 0.15 Goldmark für die 6 gespaltene mm-Zeile / Bezugspreis: 15 Pfennig monat- I. Jahrgang Nr. 22 lim einschließlich freier Zustellung / Bestellungen nur bei der Schriftleitung oder den Vereinen / Erscheint alle 14 Tage Düsseldorf, 17.12.1925 Die neue Verbandsleitung Vermehrte Verantwortung Von Rabbiner Dr. Klein, Düsseldorf, Vorsitzender des Verbandes der jüdischen Jugendvereine Deutschlands. Die Führerversammlung unseres Gesamtverbandes, die am 6. Dezember in-Berlin tagte, hat eine besonders für den Westdeutschen Bezirksverband schwerwiegende Entscheidung getroffen: Die Führung des Verbandes und des Bezirk s Verbandes ist in eine Hand gelegt, da^ Verbandsbüro befindet sich nunmehr in Düsseldorf, wo .Pfingsten die Delegiertentagung für ganz Deutschland stattfinden soll. Ich bin mir bewußt, daß die einstimmig erfolgte Wahl nicht nur eine Ehrung und Vertrauenskundgebung für meine Person, sondern mehr noch eine Anerkennung der Arbeit unseres Bezirksverbandes bedeutet, der trotz schwerer Hindernisse, trotz des Druckes, der auf ihm lastete, treu zur Fahne des Verbandes gehalten und immer noch als der größte Landesverband in Ehren dasteht. Neidlos erkennt man in ganz Deutschland ihm die Führung zu, der sich sein ideales Streben durch Inflation, durch passiven Widerstand, durch Besetzung, durch wirtschaftliche Not hindurch bewahrt, der die Feuerprobe bestanden und die Kraft der Verbandsidee bewiesen hat, wie kein anderer. Mein Dank gilt in diesem Augenblick all den treuen rheinischen Freunden, die sich restlos uns zur Verfügung gestellt haben. Noch mehr aber als die Freude über die Ehrung, die uns zuteil geworden, erfüllt mich das Gefühl der schweren Verantwortung, die mir auferlegt worden ist. Wenn dieses Gefühl schon bisher mir ein starker Antrieb war, verbunden mit der Liebe zur Jugend, alles herzugeben, was ich vermochte, wieviel mehr jetzt, da vermehrte Verantwortung' auf meine Schultern, und damit auf die meiner Mitarbeiter gelegt worden istl Schon vor der Bonner Tagung hat Alfred Apfel, unser langjähriger, bewährter erster Führer, versucht, mich zu bewegen, sein Amt zu übernehmen. Mir schien die Verantwortung zu groß, den Verband, der damals auf seiner Höhe stand, zu übernehmen. Und als Cora Berliner vor einem Jahre in Frankfurt am Main die Führung niederlegte, erschien mir die Aufgabe, die man mir wieder anbot, zu schwer, den schwer darniederliegenden Verband zu führen, zumal damals unser Bezirksverband meine ganze Kraft in Anspruch nahm. Jetzt aber, da auch Gustav Löffler den Vorsitz abgeben mußte, und die Mehrheit der Führer mit der vorgeschlagenen Lösung, unsern Bezirksverband zum Vorortverband ohne persönliche Spitze zu machen, sich nicht einverstanden erklären' konnte, glaubte ich mich dem Rufe nicht mehr entziehen zu können. Ich kann ohne Phrase sagen, daß ich es schweren Herzens tat. Wir sind es gewohnt, eine Sache, die wir übernehmen, ganz zu tun. Die Aufgabe, die wir übernehmen, lautet, ungeschminkt und klar ausgesprochen: Der Verband mufj und wird seine frühere Bedeutung wiedererlangen; er mufj die Vereinigung der jüdischen Jugend Deutschlands werden. damit wir endlich aus kommen. der furchtbaren Zersplitterung heraus- Dic Vorbedingung zur Durchführung diejser Autgabe ist geschaffen: Ein geschäftsführender Ausschuß ist gebildet, der feierlich versprochen hat, Arbeit zu leisten, unser erfahrener Führer Alired Apfel hat sich wieder zu uns bekannt und sich restlos zur Verfügung gestellt. Die besten Führer sind am Werke, uns zu helfen. Nun-ist es an Buch, Ihr Freunde, das Werk zum Gelingen zu bringen! Schon regt es sich allenthalben in allen Teilen] des Vaterlandes. Neue Vereine entstehen, alte gehen mit neuem Eifer an die Arbeit. Ihr westdeutschen' Freunde! Doppelte Verantwortung tragt Ihr, jetzt! Noch mehr als bisher muß es Euer Bestreben sein, das ,,H erz des Verbandes" zu werden, wie wir früher in großer Zeit oft genannt wurden. Euer Verantwortungsgefühl muß Euch treiben. Eure Vereine mit noch größerem Eifer zu erfüllen, überall im Rheinland die Jugend um Euch zu scharen, neue Pflanzstätten unserer Arbeit zu gründen, die schlafenden Freunde zu wecken. Hellen wird Euch Unser „J u ge n d b u n d", der alsbald jeder zweiten Nummer als Verbandsblatt hinausgehen er in kurzer Zeit s' wir Jen wird in alle Vereine des Verbandes. Wie in ungeahnter Weise verbreitet und entwickelt und können es mit Stolz aussprechen — allen Freunden im Wes Anregung gegeben und Kunde gegeben hat von unserfcm Streben, so wird er nun das Fanal sein, das weit hinausleuchtet durch alle Gaue unseres Vaterlandes. L'eberall wird man von Eurer Arbeit lesen. Nun sorgt dafür, <laß wir mit Ehren bestehen. Zeigt Eure Kraft, zeigt Euch würdig der Verantwortung, der Ehre, die ups g e w o r d e n , dann ist—uns nicht bange um die Zukunft jüdischen Jugend, um c ie Zukunft des Judentums in Deutschland1 Zur Beachtung! Folgende Vereine zeigen in dieser Nummer ihre Veranstaltungen an: Düsseldorf, Dierdorf, Elberfeld-Barmen. Jülich, Köln, Bochum, Buer, Recklinghausen. — t —