Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 11 (1920)
- Issue
- 3 (8.1920)
- Date
- 1920-08-01
- Page
- Seite 86 (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
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86 gen, also Lebenskunde. Fremde Sprachen, Kurzschrift, Leibcsübung. und Werkunterricht unter anderen als Wahlfächer. Die jugendlichen Vertreter wurden ziemlich mißtrauisch ausgenommen, so daß ein Vertreter der Jugend sogar durch Zwischenrufe als Säugling bezeichnet wurde. Es >var unmöglich, alle /die Jugend bewegenden Ideen zum Vortrag zu bringen, so daß die Vertreter der meisten Jugendorganisationen nur eine Erklärung abgabcn, in der sie Nachfolgende Forderungen erhoben: I. Die Berufung Jugendlicher in die Reichsschulkommission, beziehungsweise deren Ersah durch eine Instanz im Ministerium des Innern zur Vertretung der eigentlichen Interessen der Jugend bei der Neuorganisierung und Neugestaltung des Schulwesens. II. Tie sofortige Schaffung eines Rcichsjugendgesetzcs. das l. die staatsbürgerlichen Rechte der Jugend sichert vor Eingriffen in ihre Gewissensfreiheit und in ihre Koalitions- und Versammlungsfreiheit, 2. die Jugend vor disziplinären Eingriffen der Schulbehörden in ihr Privatleben schützt, 3. daß man die Arbeit der Jugend nach pädagogischen Grundsätzen, nicht nach den Gesichtspunkten der Rentabilität gesetzlich ordnet, 4. daß man die körperliche Entwicklung und die gc- ,'undheitsmäßige Lebensführung der Jugend aller Kreise durch Schutzmaßnahmen und durch sanitäre Einrichtungen fördert. III. Schürf, fung von Jugendschubstellen bei den Jugendämtern der Landesregierungen usw. zur Ermöglichung der heute noch fehlenden Rechtswahrung der Jugend. Diese Jugendschutzstellen sollen unter Zuziehung Jugendlicher die Aufgabe haben: 1. die Jugend vor jeglicher Vergewaltigung durch Schulen und Haus zu schützen, 2., besondere Prüfungsausschüsse einrichten, die solchen Jugendlichen, die sich durch die Prüfungskommission ihrer Schule ungerecht beurteilt fühlen, eventuell durch eine Nachprüfung beistehen. Es braucht wohl nicht besonders erwähnt zu werden, daß der Vertreter der. jüdischen Jugend sich den Delegierten des „Verbandes der jüdischen Lehrervereine", des „Verbandes der dcutsck)en Juden" und der „Freien Vereinigung für die» Interessen des orthodoxen Judentnms" anschloß und für die Gleichberechtigung der jüdischen Erziehungsfragen im großen Komplex der Allgemeinerziehung eintrat. Arnold Stein -Berlin.