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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1920-08-01 · 3 (8.1920) · p. Seite 65

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
11 (1920)
Issue
3 (8.1920)
Date
1920-08-01
Page
Seite 65 (sequence 11)
Language
German
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von jübifdjer ülyftik. Es gilt als eine geschichtliche Tatsache, daß in Zeiten tiefsten menschlichen Elends das Ideale u^d Gefühlsmäßige sich stärker offenbart. Ter Mensch wendet sich ab! von den Greuelbildern der Gegenwart, horcht in sich selber hinein irnentdeckt in sich eine neue Welt. Und in ihr gewinnen die Bilder, die seine Sehnsucht und sein Idealismus vergebens verkörpert sucht in der Außenwelt, Leben, und traten unmittelbar vor ihn hin v»ie alles Gefühlsmäßige. Und sind darum wahr. — Eine der traurixsten Perioden in der jüdischen Geschichte ist die der Kreuzzüge. De Leiden, die damals über die Juden hereingebrochen sind, kann keine Feder schildern, kein Mund darlegen. Aber das Unglück vermochte nicht die religiöse Spannkraft der Gotteskämpfer lahmzulegen. Denn siehe, in dieser Zeit äußerster Bedrückung tauchte ein Buch auf das Helles Licht verbreiten wollte in den Gemütern der Menschen (Zohar — Glanz). In uralter, geheimnisvoll klingender Sprache spricht es von den letzten Rätseln des Taseins. Tiefes „Buch des Glanzes", seker hazohar, gibt sich aus als die Fixierung der Offenbarungen, die dem großen Simon b. Jochai während seines unfreiwilligen 13jährigen Aufenthaltes in einer einsamen Höhle wurden. 2!er aufmerksame Leser aber entdeckt in ihm die Spuren späterer Zeitm. Ja, oftmals kann er den Eindruck nur schwer überwinden, als ob in diesem seltsamen Buch die Ideen vieler Völker ihren Niederschlag gefunden hätten. Mag dem sein, wie ihm wolle, nur e i n g wßer religiöser Gedanke, nur eine tiefe religiöse Sehnsucht durchzieht das ganze Werk, sich emporzuringen aus der Begrenztheit des Menschlichen Taseins zur unbegrenzten Gottheit, das Verhältnis zu finden zwischen Geschöpf und Schöpfer. Und welcher religiöse Wunsch trägt mehr den Stempel' des Judentums als dieser! Ueberall, wo der Gottesgedänke im Zohar sich zu vollendeter Erhabenheit erhebt, wird Gott! bezeichnet als : „der Unendliche" (fjID p?*'*)- Aus diesem „Unenblichcn" aber, der zugleich die letzte Ursache alles Seins ist, emanieren sich Sphären (rVH'ÖDl die ihn mit der Welt verbinden. So Iefen wir in der ’idrä zutra: „Ter Alte der Alten ist auch der Unbekannte der Unbekannten. Er -trennt sich von allem und ist doch nicht getrennt, denn alles verbindet sich mit ihm, wie er sich mit allem verbindet. Er ist alles. Er hat eine Ge stalt und hat keine Gestalt. Er Welt schuf und ließ aus seiner Gestalt zehn Lichter hervorgehen, die durch ihn leuchten und nach allen . hin sendet. Der Alte der Alten ist ein solcher Leuchtturm, der nahm eine Gestalt an, als er die Seiten hin helles Licht verbreiten. so wie ein Leuchtturm seine glänzenden Strahlen nach allen Seiten der Unbekannte der Unbekannten erkannt wird an dem glänzenden

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