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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1920-06-01 · 2 (6.1920) · p. Seite 46

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
11 (1920)
Issue
2 (6.1920)
Date
1920-06-01
Page
Seite 46 (sequence 20)
Language
German
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46 Tatenbunb. Am 15. April fand in Hannover in der Aula der Leibnizschule eine jüdische Jugendversammlung statt, in welcher znr Gründung eines Tatenbnndes ansgcrnfen wurde. Tns einleitende Referat de» Unterzeichneten lautete: ..Tie 'Notwendigkeit einer Revolution deS Geistes durch die Jugend und die Durchführung Löfflersck)cn Ideen für die jüdisckx? Jugend". Unbefriedigt und verbittert über die Verhältnisse der Jetztzeit, ' die durch den Geist des Mainmonisinus und der Unsitte, durch den Geist des Hasses und der Lüge geleitet wird, ringt die Jugend nach einem neueit Leben. Durch straffe, ehrliche Sclbstcrziehung wollen wir eine neue Zeit bilden, durch welche ein Geist des wahren Menschentums wehen soll. Zum großen Teil gibt uns l>e. Löffler Richtung. 'eine Forderung. Rückkehr zum wahren. innerlichst erlebten Religiösen erkennen wir voll und ganz an. Ter Tatenbund im hiesigen jüdischen Jngendverein ist gegründet, und wenn auch in der Diskussion wenige Nörgler und engherzige Ziveifler einigen Pessimismus zeigten und von Utopien sprachen, so har ein großer Teil der Jugend sich doch zu der Erkenntnis durchgerungcn. daß schon das Streben nach etwas Gutem veredelt, und daß man durch ehrliche Arbeit viel erreichen kann. Wir haben jetzt zirka 25 Mitglieder: das ist zur Anfangsarbeit, die vor allen Dingen gründlich sein muß. reichlich genug. Alles, ivas wir unternehmen, ist vorläufig darauf gerichtet, uns als Menschen näher kennen zu lernen, damit wir überhaupt erst zur Gemeinschaft werden. Im Heim veranstalten wir gemütliche Heimabende, an welchen gelesen, gesungen und über ernste und heitere Sachen geredet wird. An Singabendcn werden Wanderlieder gesungen, und die Gitarren- und Mandolincngruppe übt Lieder ein. Sonntags unternehmen mir in Abteilungen von 4—5 Personen Fahrten ins Grüne und Grabreden Treffpunkte. Die hiesige jüdiscm Kinderhort hat uns einen Gartcit zur Verfügung gestellt, in welchem wir unter Anleitung zweimal wöcktenrlich .Kleingartenbau betreiben und in dem mir uns bei schöne,» Wetter oft aufhalten werden. Andere Arbeitsgemeinschaften. wie kleine Lesezirkel (deutsche und jüdische Literatur). Musikklubs usw. werden sich sicher bald bilden. Jüdische Jugend, schafft überall derartige Gemeinschaften und l>elft uns, eine Jugend zu bilden, die den jüdischen Jugcndvercinen, dem Judentum und der ganzen Menschheit neues Leben geben wird! Heil lind Sieg! E r i ch M e i n r a t h.

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