Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 10 (1919)
- Issue
- 6/8 (Oktober/Dezember 1919)
- Date
- 1919-10-01
- Page
- Seite 240 (sequence 80)
- Language
- German
- Belongs to
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240 drei Punkte herausgefunden, auf denen sich unter Zurückziehung unseres Antrages eine Einigung für das Programm des Kongresses ermöglichen lassen wird, nämlich einmal aktive Mitarbeit am Ausbau von Palästina, Zulassung der Ausländer zum Wahlrecht und drittens, daß der jüdische Kongreß in seinen Verhandlungen einen rein jüdischen Charakter haben soll. Unter diesen Gesichtspunkten haben wir versucht und versuchen wir weiter, mit dem Centralverein eine Einigung zu bekommen. Vorsitzender Di-. Apfel: Ich danke Ihnen, Herr Lehmann, fiir Ihr Referat. Dr. Meyer-Liegnitz: Ich möchte bemerken, daß ich an sich von meiner Ansicht nicht abgegangcn bin, daß ich den Wiederaufbau Deutschlands für wichtig halte auch vom jüdischen Standpunkte aus, daß ich aber im Interesse der Einigkeit heute von diesem Anträge abgesehen habe. Vorsitzender Dr. Apfel: Weitere Wortmeldungen hierzu liegen nicht vor. Ich beantrage Akklamationsannahme der Beschlüsse der Kongreßkommission. Ist Widerspruch gegen die Akklamationsannahme? Fischcl-Elberseld: Ich niöchte beantragen: statt zu sagen „kann eine Karenzzeit festgesetzt »verden", „muß eine Karenzzeit festgesetzt werden". Dr. Wolfhcim-Erfürt: Darf ich einen Vermittelungsvorschlag machenl Statt des Wortes „kann" das Wort „soll" einzusetzen. (Heiterkeit.) - Vorsitzender Rechtsanwalt Dr, Apfel: Ich darf 'dann wohl feststellen, daß diese Kongrcßresolution einstimmig angenommen worden ist? (Zuruf: Mit dem Worte „soll"!) Rechtsanwalt Dr. Königsberger-Mülheim a. d. Ruhr: Die Abstimmung ging so rasch, daß man ihr kaum folgen konnte. Ich stimme gegen das Wort „soll". Mein Vorredner übersieht nicht, was mit dem Wort „soll" angerichtet wird. Ich bin für das Wort „kann" und stinüne dagegen. Vorsitzender Dr. Apfel: Ich bitte doch, diese Resolution in der von Herrn Lehmann vorgelegten Kommissionsfassung einstimmig anzunehmcn. ' Reichmann-Kattowib: Ich widerspreckie. Jche halte den Vor-, schlag „soll" für den richtigen, der beiden Richtungen vollkommen entgegcnkommt. Vorsitzender Dr. Apfel: Tann würde ich folgenden Vermittlungsvorschlag empfehlen: „Sollte die Frage der Einführung einer Karenzzeit für ausländische Juden bei den Vorbereitungen zum Wahlrecht des Kongresses aktuell werden, spricht sich der'Verband der jüdischen Jugendvereine dafür aus, daß die Karenzzeit auf ein Mindestmaß beschränkt wird." (Zustimmung. Widerspruch.) ' Meine Damen und Herren! Es würde der Küngreßbewegung einen fördernden Stoß geben, wenn wir angesichts der lauen Beschlüsse, die von den verschiedenen Seiten vorliegen, einstimmig beschließen! (Sehr richtig!) Daran liegt sehr, sehr viel. Auf das. Was Sie in dieser