Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 10 (1919)
- Issue
- 6/8 (Oktober/Dezember 1919)
- Date
- 1919-10-01
- Page
- Seite 221 (sequence 61)
- Language
- German
- Belongs to
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221 Wahl gestellt: Centtalverein aber Jugendverband? Und die Entscheidung gogeniiber dieser Frage ist keineswegs, so klar zu (Gunsten des Jugendverbandes, daß der Jugendvorband sie riskieren sollte. (Lebhafte Zustimmung!) Es bedeutet das weiter, daß in diesem Augenblick gewissen extrenren Kreisen im Centralverein die Handhabe gegeben wird, fortan «ine eigene Jugendbetvcgung in einseitigparteipolitischer Entwickelung zu fordern, eine Bewegung, die auf der Grundlage des jetzt beantragten Beschlusses vermutlich besonders radikal ausfallen wird, und mit der es dem Centralverein wohl nicht schwer fallen wird, unseren Verband cinpfindlich zu schwächen, wenn nicht überhaupt lebensunfähig zu machen. (Zuruf: Tut er ja schon!) — Zwischenrufe. — Lassen Sie mich doch ausreden! Wenn Sie es besser wissen lvollen, darf ich Ihnen sagen, daß der Centralverein in den letzten Monaten in der Frage einer eigenen Jugendbewegung jede Entscheidung und jede Betätigung zurückgestellt hat, bis die Entschließung des heutigen Tages vorliegt. (Sehr richtig!) -Ter Centralverein wird, das ist meine Ueberzeugung, wenn die Beschlüsse unserer Tagung so ausfallen, daß seine weitere Mitarbeit möglich bleibt, weiter in der alten bewährten Art mit uns wirken, und vernnitlich sein Bestreben darauf richten, die Kaineradenbewegung irgendwie unserer Organisation einzugliedern. Wenn Sie freilich den vorgeschlagenen Beschluß fassen wollen, dann machen Sie von vornherein diese Bestrebungen unmöglich und setzen sie zugleich die Einheitlichkeit und überhaupt den Bestand unserer Jugendbewegung leichtfertig aufs Spiel. i Zum Schluß noch eine ganz andere Erwägung. Meinen Sie denn, daß ich persönlich oder meine Gesinnungsfreunde aus dem Centralverein irgend etwas dagegen hätten, wenn die Zionisttsche Vereinigung, falls sie wirklich Interesse an unserem Verband hat, ebenfalls ihren Vertreter zu uns entsendet und in gleicher Weise mit uns arbeitet? (Sehr richtig!) Es wird nur die Frage sein, ob das Interesse an unserer Jugendbewegung dort wirklich vorhanden ist. Wenn die Herren konnnen, wir wollen an Euerin Werke initbauen und wünschen einen Platz zur Mitarbeit, dann bin ich der Letzte, der ihnen diesen Platz verweigern lvird. .(Lebhafter Beifall!) Vorsitzender vr. Apfel: Meine Herren, ich stelle folgenden Antrag: »Der Telegiertentag gehe über den Antrag Pasch-Berlin, gegen den ich übrigens als Mitglied des Berliner Jugendbundes den schärfsten Widerspruch hiermit erhebe, zur Tagesordnung mit folgender Maßgabe über: „Der Delegiertentag"erniächttgt den Vorstand des Verbandes, an die zionistische Vereinigung Deutschlands heranzutreten mit der Mitteilung, daß der Verband bereit ist, falls die zionisttsche Vereinigung Interesse an der Mitarbeit hat, ihr gleichfalls einen Sitz mit beratender Stimme im Vorstand einzuräumen:" (Lebhafter Beifall.) Ich habe selbst diesen Antrag gestellt, möchte ihn begründen und bitte Herrn Lichtenberg — es hat ein Redner gegen und ein Redner