Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 10 (1919)
- Issue
- 6/8 (Oktober/Dezember 1919)
- Date
- 1919-10-01
- Page
- Seite 204 (sequence 46)
- Language
- German
- Belongs to
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204 „Der Verbandstag überlveist sämtlichen Bezirksverbänden und sänitlichen Verbandsvereinen als Material für ihre Tagungen die Löfflerschen Leitsätze nnt der Verpflichtung, möglichst unverzüglich auf Grund des Löfflerscheu Referats und der heutigen -Erörterung diese Leitsätze zum Gegenstand intensiver Beratung zu machen." (Bravo!) Weiter: „Ter Verbandstag beauftragt den Verbandsvorstand, bereits in seiner ersten konstituierenden Sitzung zu beraten, wie die Löfflerschen Vorschläge und die übrigen hierauf bezüglichen Anregungen der Oeffentlichkeit unterbreitet werden." (Bravo!) Drittens: „'Der Verbandstag beauftragt; die Verbandsleitung, die Löfflerschen Ausführungen nicht nur in der Zeitschrift oder in einer besonderen Broschüre zu veröffentlichen, sondern insbesondere auch sämtlichen deutschen Logen als Beratungsgegenstand zu unterbreiten. (Sehr richtig!) „Ter Verbandstag beauftragt den Verbandsvorstand, in Erwägung zu ziehen, ob nicht demnächst in irgendeiner noch näher zu bestimmenden Form eine Aussprache^ über die Löfflerschen Thesen und iiber die weiteren Beschlüsse der Verbandsvereine und ' Bczirkstagungen im größeren Rahmen mit Vertretern anderer Organisationen und insbewndere mit den Vertretern der Rabbiner- und Lehrerschaft stattfinden soll." (Lebhafter Beifall.) Ich glaube, daß wir dann alle übrigen Anträge zu dem Löfflericken Referat als erledigt betrachten können. Dr. Heilbronn-Nürnberg (zur Geschäftsordnung): Meine Damen und Herren, ich bitte, hinsichtlich der von uns gestellten - Resolution eine Ausnahme machen zu wollen. Das ist ja gar kein Antrag, sondern es ist nur ein Festlegen auf eine Anschauung. Ich halte das für unbedingt notlvendig. Vorsitzender Dr. Apfel: Ihre Anregung fällt nicht darunter: da. haben Sie vollkommen recht. Darf ich feststellen, daß Sie einstimmig meiner Anregung zusrimmen? — Es erhebt sich kein Widerspruch. Ich möchte nochmals betonen, daß dieser Beschluß nicht irgendwie ein Begräbnis bedeuten soll, sondern daß ich nur vermeiden wollte, daß hier jetzt die Thesen Löfflers zum Gegenstand von empfindsamen Streitigkeiten gemacht werden. Nun zum Antrag Gutmann-Chemnitz, daß wir uns für eine eingehende Revision der Bcsoldungsverhältnisse der jüdischen Lehrerschaft einsetzen sollen. Zu einer persönlichen Erklärung namens des Lehrerverbandes bat .Herr Steinhardt-Magdeburg das Wort. Lehrer Steinhardt-Magdeburg: Meine Damen und Herren, ich erkenne den guten Kern dieses Antrages des Herrn Gutmann ganz und gar an. Ich niuß auch weiter leider zugestehen, daß die Zustände, die Herr Gutmann damit beseitigen möchte, vielfach in der Tat zum Himmel schreiender Art sind. Aber das Wesen solcher Resolutionen liegt ja nun einmal darin, daß sie nach außen hin Verhallen und praktisch bedeutungslos werden. Was Herr Gutmann möchte, schlage ich