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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1919-10-01 · 6/8 (Oktober/Dezember 1919) · p. Seite 178

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
10 (1919)
Issue
6/8 (Oktober/Dezember 1919)
Date
1919-10-01
Page
Seite 178 (sequence 20)
Language
German
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178 3ent jüdisch waren, dagegen 7-1,5 Prozent christlich und 2,8 Prozent freireligiös: und Ruppin, dessen Buch über ,.Me Juden der Gegenwart" ich neben dem Teilhaberschen bekannten Buche vom „Untergang der deutschen Juden" diese Zahlen entnahm, fügt mit Recht hinzu, daß sich die Zahl noch zu Ungunsten der Juden verschieben würde, wenn auch die gerade außerhalb des elterlichen Hauses befindlichen Kinder mit einbezogen worden wären. Beachtung verdient in diesem Zusammenhang die'Feststellung, daß die Zahl der jüdischen Kinder aus Mischehen seit dem Jahre 1885 beständig abgenommcn hat. Bedarf's da noch vieler Worte über die unausbleibliche Folge der Mischehe für Judenheit und Judentum? Viel wurde über die gedanklichen - und seelischen Beweggründe zur Mischehe geredet und geschrieben. Wir haben heute keine Veranlassung, uns eingehender mit dieser Seite des Problems zu befassen, noch weniger mit dem mutmaßliäien oder wirklichen Ablauf solcher Miscl)ehen, von denen, nach einer Erhebung der Großloge, 12 Prozent wieder geschieden wurden, oder mit ihren biologischen Seiten, etwa der Frage der geringeren Fruchtbarkeit von Ehen zwischen Juden und Nichtjuden arischen oder slavischen Geblütes. Für die Arbeit in unserem Jugendverband erscheint mir dagegen die Beobachtung als wichtig und Richtung gebend, daß unter den jüdischen Männern vorwiegend die wohlhabenden Christinnen heiraten, wäh- ' rend umgekehrt von den Jüdinnen gerade die aveniger bemittelten Mischehen eingchen. Ich persönlich möchte nach meinen Wahrnehmungen dem Momente der Erotik zwischen den Angehörigen zweier „Rassen", das von national-jüdischer Seite stets mit Nachdruck als ursächlich bezeichnet wird, eine geringere Bedeutung beimessen als dem Wunsche des männlichen jüdischen Strebers, sich durch das Ehebündnis mit einer Christin die gesellschaftliche Stellung zu bessern und der Znmngslage der unvermögenden Jüdin entweder von den auf Mit gift erpichten eigenen Glaubensgenossen vernachlässigt zu werden, oder aber die Ehe mit einem in der Regel bcscheidcrryren Nichtjuden r einzugehen. Hier bietet sich unserer^ erziehlichen Wirken innerhalb der jüdischen Jugend, insbesondere der Forderung größerer Einfachheit und Bescheidenheit, sowie der Beseitigung de» üblen jüdischen- Kastengeistes ein schwacher Hoffnungsschimmer, und wir erheben daher unsere diesbezüglichen Forderungen heute erneut und im verstärkten Maße. Gerne mache ich mir auch im Zusammenhänge mit unserem Thema das von anderen Führern in unserer Bewegung der jüdischen Allgemeinheit, den Gemeinden und Logen gegenüber erhobene V-r langen zu eigen, daß . in allen mittleren und größeren Gemeinden jüdische Jugendheime mit behaglichen, einladenden Klubräumen geschaffen würden. Hier soll zwischen der männlichen und weiblichen jüdischen Jugend edle Freundschaft gepflegt werden;'dann wird das anheimelnde jüdische Milieu in vielen Fällen das Verlangen nach Geselligkeit in außerjüdischen Kreisen bannen oder doch stark eindämmen. Und wenn sich auf dem Boden unserer Jugendheime zuweilen aus freundschaftlichen Beziehungen zartere entwickeln sollten, die zu einem, rein jüdischen Ehebunde führen, so wollen wir uns darüber im Hinblick auf die aus der Mischehe unserer Gemeinschaft erwachsenden

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