Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 10 (1919)
- Issue
- 6/8 (Oktober/Dezember 1919)
- Date
- 1919-10-01
- Page
- Seite 167 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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187 Ehe wir in der Tagesordnung fortfahren, möchte -ich noch einige Punkte vorwegnehmen. * Zunächst spreche, ich Herrn Landesrabbiner Dr. Rieger-Braunschweig unseren innigen Dank für die Worte aus, die er gestern bei der Trauerfeier gesprochen hat. (Bravo!) Die tiefgefühlte Rede unseres Freundes Rieger, die ja für ihr allerdings in diesem Falle besondere Herzenssache war, hat unserer-Tagung von vornherein Würde und Weihe gegeben. (Lebhafter Beifall.) Dann ist es mir weiter eine Herzenspflicht, dem Herrn Oberkantor Wilhelm Friedmann-Berlin für seine bereitwillige Mithilfe und für die Verschönerung unserer Trauerfeier duch seinen Gesang unseren aufrichtigen Dank auszusprechen. (Lebhafter Beifall.) Ich benutze weiter die Gelegenheit, um der hochwürdigen Großloge für Deutschland und den vier Berliner Logen, die uns dieses Haus und diese Räume in liebenswürdiger Weise zur Verfügung gestellt haben, unseren allerherzlichsten Dank auszusprechen. (Lebafter Beifall.) Den Mitgliedern derjenigen Kommissionen, die der Berliner Jugendbund zur Vorbereitung der Tagung eingesetzt hat. spreche ich unseren ganz besonderen Dank für die ausgezeichnete Durchführung und Vorbereitung dieser Tagung aus, mit der eine Unsumme Arbeit verknüpft war. (Lebhafter allseitiger Beifall.) In dieser Stunde, verehrte Freunde, müssen wir eines Mannes gedenken, der während der Berichtjahre verstorben ist, und zwar ist eS Siegfried Brünn. Was Siegfried Brünn für uns gewesen ist, daS brauche ich in diesem Augenblick Ihnen nicht zu sagen. Der Umstand, daß wir hier heute tagen können, daß der Verband erhalten geblie- % den und gefördert worden ist — diese Tatsache verdanken wir mit in allererster Linie Siegfried Brünn. (Die Anwesenden erheben sich von den Plätzen.) Siegfried Brünn war kein Mann, der uns geschmeichelt hat. Siegfried Brünn war ein Mann, der uns fast täglich in seiner impulsiven jugendlichen Art, denn er war der Jugendlichsten einer, die Wahrheit gesagt hat; er stand wie ein ewiger Mahner und Prediger hinter uns; und wenn kleinliche Sorgen und Zwistigkeiten uns bedrückten, dann war er derjenige, der. uns immer und immer wieder auf den Ernst und auf die Große unserer Aufgabe aufmerksam gemacht hat. ES ist mir eine besondere Freude, festzustellen, daß seine hochverehrt« Witwe bereits seit gestern vormittag ununterbrochen der Tagung beiwohnt. Möge ihr dies eine schöne Stunde der Erinnerung an ihren verewigten Gatten fein. Nun wieder zu den nüchternen TageSgeschästen! Ein. Antrag von Fräulein Alice Hirsch-Magdeburg bittet um' weitgehendste Berücksichtigung der weiblichen Mitglieder bei der Neuwahl deS Vorstandes und beantragt die Zuwahl einer Dam« in die Kommission zur Vorbereitung für die Wahlen. Ich bin der Ansicht, daß wir diesem Antrag durch Akklamation zustimmen können, und möchte empfehlen, daß wir eine Dame, die mit dem VerbarMwesen besonders vertraut ist, hiuzuwählen, und zwar bring« ich in Vorschlag Frl. Dina Meyer-Düsseldorf. (Zuruf: Ist ja