Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 10 (1919)
- Issue
- 6/8 (Oktober/Dezember 1919)
- Date
- 1919-10-01
- Page
- Seite 163 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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103 tet. es sei eine weitgehende Verständigung zwischen dem Centralvereinsvorstand und den Zionisten in der Frage der Ausländer erzielt worden, und es handle sich nur noch um Differenzen wegen der Karenzzeit; also, man wäre sich einig, die fluktuierenden Elemente auszuschließen und eine Karenzzeit festzusetzen, nur hinsichtlich der Karenzzeit seien noch Differenzen. Ich kann auf das bestimmteste und wohlunterrichtetste sagen, daß daS nicht stimmt, sondern, daß nach wie vor die Frage der Zulassung der Ausländer zum Kongreß den Differenzpunkt zwischen Centralverein und Zionisten bildet und daß eine Einigung bisher garnicht erzielt worden ist und es noch aussteht — demnächst werden ja wieder Verhandlungen sein —, ob diese Verständigung zustande kommt. Wir können also demnach nicht sagen, diese Verständigung ist ja vorhanden, wir brauchen uns darüber nicht weiter auseinanderzusetzen, sondern diese- Verständigung zwischen Centralverein und Zionismus über Zulassung der Ausländer ist nicht erzielt. Das wurde gestern in anderem Sinne'hier kommentiert. Vorsitzender Dr. Apfel: Ich habe selbst über diese Sache berichtet und habe gesagt und mehrfach gesagt, daß ich nur berichte über Verhandlungen, die zwischen Führern der Zionisten und Führern des Centralvereins stattgefunden haben.- Eine Einigung zwischen Zionisten und Centralverein über den Kongreß hat überhaupt noch nicht stattgefunden, sondern nur eine Verständigung zwischen Führern der beiden Bewegungen. Lehmann-Hannover: Und dazu muß ich sagen, daß auch das nicht stimmt, da ich von den Führern der Zionisten, die diese Verhandlungen geführt haben, persönlich weiß, daß auch in dieser Besprechung zwischen den Führern absolut noch keine Einigung über die Zulassung der Ausländer erzielt worden ist. Vorsitzender Dr. Apfel: Ich kann Ihnen nur berichten über Dinge, die ich selber mit erlebt habe. Wenn die Herren glauben, sich nicht geeinigt zu haben — schön, dann nehmen wir das zur Kenntnis. Dr. Meyer-Liegnitz (zur Geschäftsordnung): Ich habe auch einen Antrag gestellt und sehe, daß der noch nicht verlesen worden ist. (Zuruf: Ich habe ihn eben Herrn Dr. Apfel vorgelegt!) Vorsitzender Dr. Apfel: Folgender Antrag ist von Dr. Meyer- Liegnitz eingelaufen: „Die Delegiertenversammlung beauftragt den Vorstand, bei den Vorarbeiten zum jüdischen Kongreß dahin zu wirken, daß die Frage des Wiederaufbaues Deutschlands vom jüdischen Kongreß behandelt wird." Dann noch ein Antrag: „Wahlberechtigt zum Kongreß sind alle in Deutschland wohnenden Juden, die mindestens zwei Jahre vor dem Kriege ihren Wohnsitz in Deutschland hatten und das 20. Lebensjahr vollendet haben." Dann Antrag Dr. Landsberg-Wiesbaden zum Kongreß: „Ich beantrage, an beiden Stellen die Worte „deutsche Juden" durch die Worte: „die in Deutschland ansässigen Juden. 1*