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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1919-07-01 · 3/5 (Juli/September 1919) · p. Seite 158

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
10 (1919)
Issue
3/5 (Juli/September 1919)
Date
1919-07-01
Page
Seite 158 (sequence 110)
Language
German
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158 Zunächst lasse ich darüber -abstimmen, ob eine weitere Debatte über den Antrag gewünscht wird. (Herr Lehmann: Es mutz für oder gegen gesprochen werden.) Er hat recht, es mutz ein Redner für und gegen sprechen, aber nur zur Geschäftsordnung. Wir müssen zunächst zur Geschäftsordnung einem Redner für und gegen das Wort geben, ob noch weiter debattiert wird. Wünscht jemand dagegen zu sprechen, datz noch über diesen Antrag debatftert wird? Herr Lehmann: Ich bitte, mir einen Augenblick Gehör zu schenken. Meiner Ansicht nach ist die Akklamation abgelehnt, wenn nicht sämtliche Delegierten damit einverstanden sind. Und ich glaube, daß es dann wohl nicht mehr als selbstverständlich ist, daß gerade Sie es wünschen müssen, daß von dieser Seite gesagt wird, warum man gegen die' Akklamation bezw. warum mag gegen diesen Antrag ist. Und deswegen bitte ich Sie, geben Sie die Möglichkeit, daß ich sagen kann,, warum ich dagegen bin. (Die Versammlung wird ungeduldig.) Vorsitzender Dr Apfel: Herr Lehmann geht geschäftsordnungsmäßig durchaus korrekt vor, das müssen Sie ihm zugestehen. Herr Lehmann: Ich habe ein Interesse daran. Ihnen die Dinge hier klar zu legen und Ihnen zu sagen, wieso ich nicht in dieses allgemeine Händeklatschen einstimmen und die Akklamation nicht mitmachcn konnte, sondern dagegen stimmen mußte. Fräulein Dr. Cora Berliner: Geschästsordnungsmätzig ist das von Herrn Lehmann vollständig richtig, aber da wir hier alle in einer so überwältigenden Mehrheit es genau wissen, was wir wollen, die wir alle das Gefühl haben, daß uns diese letzte Formulierung die Erlösung brachte, nach der wir uns den ganzen Tag gesehnt haben, so würde es meines Erachtens absolut nicht mehr der Stimmung dieser Versammlung entsprechen, wenn wir jetzt noch einmal über die Dinge debattieren würden. (Sehr richftg und Beifall.) Und darum, meine Damen und Herren, bitte ich Sie, jetzt dem Antrag zuzustimmen, daß über die neue Fassung nicht mehr debattiert wird, sondern daß ohne Debatte darüber abgestimmt wird. Vorsitzender Dr. Apfel: Wir kommen nunmehr zur Abstimmung über den Geschästsordnungsantrag, der dahingeht, ohne Debatte über den neuen Antrag abzustimmen. Wer ist dafür, den bitte ich die Hand zu erheben. (Geschieht.) Ich bitte um die Gegenprobe. (Sie erfolgt.) Der Antrag ist mit allen gegen wenige Stimmen angenommen. Runmehr kommen wir zur Abstimmung über den eigentlichen Antrag. (Herr Lehmann: Einer dafür, einer dagegen!) Wir sind in der Abstimmung, ich kann keinem mehr das Wort geben. Es wird über den Anttag abgestimmt, der lautet: , „Die Verbandsvereine erstreben bei unbedingter Wahrung der Neutralität die Pflege bewußten Judentums und der reinsten Grundsätze deS Patriotismus usw." Darüber stimmen wir ab. Wir sind in der Abstimmung. Wortmeldungen gibt es nicht mehr.

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