Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 10 (1919)
- Issue
- 3/5 (Juli/September 1919)
- Date
- 1919-07-01
- Page
- Seite 157 (sequence 109)
- Language
- German
- Belongs to
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— 157 .sammen mit dem Vorsitzenden zu delegieren mit dem Aufträge, morgen vormittag unbedingt einen gemeinsamen Aktionsentwurf Ihnen vorzulegen. Einen anderen Ausweg aus der Situation kenne ich nicht. (Beifall.) Vorsitzender Dr. Apfel: Ich möchte Ihnen sagen, daß mir als letzter Ausweg erscheint die Uebernahme des Wortlautes der Gebetes, mit dem die Logensitzungen eröffnet werden, und der Loge gehören ja auch viele Zionisten an: Wir treten zusammen, Brüder, am die „reinsten Grundsätze der Menschenliebe und des Patriotismus" zu« pflegen. — Das scheint mir der Weg zu sein. - (Stürmischer jubelnder Beifall.) -■ Wollen wir die Sache nicht schnell fertig machen? (Allseitige Rufe: ja.) Ich beantrage nunmehr: „5 2 erhält folgende Fassung: Die Derbandsvereine erstreben unter bewußter Wahrung der Neutralität (Zuruf: Strikter Wahrung der Neutralität! Unbedingte Neutralität!) unbedingter Wahrung der Neutralität die Pflege bewußten Judentums, der reinsten Grundsätze des Patriotismus usw." (Lebhafter Beifall.) , Dr. Kaufmann: Darf ich meine Formulierung einmal zur Kenntnis bringen? Die Derbandsvereine erstreben — ich habe das deshalb genommen, damit nichts neues hineinkommt — unter selbstverständlicher Wahrung der Heimatliebe und strikter Neutralität die Frage bewußten Judentums. (Lebhafter Widerspruch.) Vorsitzender Dr. Apfel: Wir wollen uns einigen, dann haben wir den Fall erledigt. „Die Verbandsvereine erstreben unter strikter Wahrung unbedingter Neutralität (Widerspruch), unter unbedingter Wahrung der Neutralität (wie Dr. Wolfheim mir zuruft) die Pflege bewußten Judentums und der reinsten Grundsätze des Patriotismus usw." (Sehr richtig.) Es ist angeregt worden, diese Formulierung der §8 1 und 2 ohne jede Debatte per Akklamation anzunehmen. (Stürmischer, nicht endenwollender Beifall.) Ich stelle die einstimmige Annahme dieses^ Antrages fest, ich stelle weiter fest, daß damit unser Verband gerettet ist (Minutenlanger Beifall), ich stelle weiter fest, meine Herrschaften, daß das heute ein wundervolles, gemeinsames Arbeiten gewesen ist. (Lebhafter Beifall.) Es ist dann der weitere Antrag eingelaufen, alles übrige bis morgen früh zurückzustellen. (Herr Lehmann-Hannover: Ich weiß nicht, wie man dazu kom. men kann, zu sagen, es ist einstimmig angenommen worden. Die Akklamation ist dadurch hinfällig. Empörte Zurufe: Unerhört! Herr Lehmann: Ich möchte zur Geschäftsordnung gegen den Antrag das Wort haben.) Wir sind in der Abstimmung, wollen Sie mich bitte ausreden lassen, Herr Lehmann. Es ist beantragt worden, ohne Debatte über den Antrag abzustimmen.