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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1919-07-01 · 3/5 (Juli/September 1919) · p. Seite 106

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
10 (1919)
Issue
3/5 (Juli/September 1919)
Date
1919-07-01
Page
Seite 106 (sequence 58)
Language
German
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106 Wir erkennen mehr und mehr, welche Minorität wir darstellen, die nicht die Zerklüftung durch inneren Hader sich gestatten darf. Kommen die Alten nicht zu der Einsicht, dann muß die Jugend ihrerseits mit diesem Beispiel und Vorbild vorangehen. (Beifall.) Ich möchte auf das Hinweisen, was ich als Feldrabbiner an mir selber im Kriege erlebt habe und was, wie ich fest überzeugt bin, für weitaus die meisten Juden das jüdische Erlebnis des Krieges geworden ist. Wir haben draußen an uns selbst die Wiedergeburt des jüdischen Gemeinschaftsgefühls erlebt und erfahren. Dem bitte ich Rechnung zu tragen. Denn daraus folgt: Wäre unser Jugendverband bisher nicht neutral gewesen, so müßte diese Neutralität unbedingt zu erfinden und zu schaffen sein. (Zustimmung und lebhafter Beifall.) Vorsitzender Dr. Apfel: Ich kann jede Kritik vertragen, und wenn mir einer sagt, der Verband hat 4 Jahre falsch gearbeitet, muß ich das in Kauf nehmen. Aber ick habe keine Lust, mir hier vor der Delegierten-Versammlung sagen zu lassen, die Verbandsleitung hat 4 Jahre überhaupt nichts getan. Das geht ein bißchen zu weit, und ick muß mir derartige Bemerkungen als jemand, der seine ganze .Kraft in den Dienst der Bewegung gestellt hat. auf das allerentschiedenste verbitten. (Stürmischer Beifall.) Hans Fischel-Elberfeld (zur Geschäftsordnung): Ich bitte den Herrn Vorsitzenden, uns -m sagen, wieviel Redner noch auf der Rednerliste stehen. Vorsitzender vr. Apfel: Die Listenführer brauchen wohl 5 Minuten Zeit, um das festzustellen. Es ist das beste, wir lassen möglichst viele reden. Wenn es uns über ist, machen wir ganz spontan Schluß. Wir haben ja noch den ganzen Nachmittag vor uns. Rechtsanwalt A. Lichtcnbcrg-Hannover. Meine sehr verehrten Damen und Herren. Ich darf wohl für mich in Anspruch nehmen, daß ich die Stimmungen in der jüdischen Jugend Deutschlands, der ich dem Verbandsvorstand seit der Gründung angehöre, reichlich genau kenne-, und aus diesen Empfindungen heraus habe ich, als in jener grundlegenden Vorstandssitzung vom 30. März d. I. unser Verbands- Vorsitzender seinen jetzt zurückgezogenen Antrag zuerst begründete, meine warnende Stimme erhoben und die Verbandsleitung gebeten, die Stimmung in den Jugendvereinen vorher zu erforschen und danach erst mit bestimmt formulierten Anträgen in die Leffentlichkeit zu treten. Diese meine Warnung ist leider nicht befolgt worden, und es ist jener 8 1 in der Form hinausgegangen, in der er nunmehr vom Verbandsvorsitzenden zu Anfang feines Geschäftsberichts zurückgezogen worden ist. Meine Damen und Herren! Ich bin derselben Ueberzeugung. wie mein Freund - Krombach. Es ist niemals,, auch dem früheren Anträge des Verbandsvorsitzenden, der Sinn mit Recht zugrunde gelegt worden, den man ihm nicht nur im allgemeinen zugrunde gelegt hat, sondern den der Vorsitzende durch die Art, in der er diesen Antrag in die Welt sandte, selbst hat glauben machen wollen. (Sehr richtig!) Meine sehr verehrten Damen und Herren! Es ist in taktischer Beziehung hier schwer gesündigt worden, und ich scheue mich nicht, das der Derbandsleitung hier in sachlicher, aber in scharfer Form offen und ehrlich zu sagen. Durch diese Form ist das, was

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