Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 10 (1919)
- Issue
- 3/5 (Juli/September 1919)
- Date
- 1919-07-01
- Page
- Seite 90 (sequence 42)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 99% known words query
- IRI
…/4926451-6352298-6352429--1837-4927925- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
00 Es sind folgende Anträge eingelaufen. Zuerst ein Antrag von Dr. Ist Kahn: „Es soll eine Kommission zwecks Fassung einer Palästina-Reso. lution eingesetzt werden, bestehend aus 5 Mitgliedern." Es sind eine Reihe von Unterschriften darunter, soweit ich sie lesen kann, will ich sie mitteilen: Felix Meyer, Dr. Kaufmann, Dr. Löffler, Oppenheimer für Köln und Kreuznach, Levisohn-Essen, Rheinisch-westfälischer Verband: Kattowitz: Reichmann, Fritz Cohn. Ruth Eisner. Weiter ist vorgeschlagen von Lehrer Steinhardt-Magdeburg: „Angesichts des Umstandes, daß es fast unmöglich erscheint, aus den zahlreichen vorliegenden Anträgen ein befriedigendes Ergebnis zu erzielen, angesichts des Umstandes, daß es offenbar der Gesinnung , der übergroßen Mehrheit der Telegierten entspricht, einen Weg der Verständigung zu finden, wie ihn die Zukunft des Verbandes erheischt, schlage ich vor, sofort eine Kommission von 7 Mitgliedern, aus den verschiedenen Richtungen zusammengesetzt, einzusetzen, die nach der Mittagspause das Ergebnis ihrer Beratungen dpr Versammlung unterbreiten soll." Es liegt mir natürlich als Leiter nicht ob, zu diesem .Anträge Stellung zu nehmen. Ich möchte nur namens des Verbandsvorstandes auf Grund eines einstimmigen Votums, das derselbe gestern gefaßt hat, mitteilen, daß wir es für richtig halten, zunächst eine weitgehende Aussprache der Delegierten herbeizuführen. (Sehr richtig!) Rosenthal-Minden (zur Geschäftsordnung): Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich bitte Sie dringend, den Antrag des Herrn Steinhardt, so zweckentsprechend er ist, in diesem Augenblicke nicht anzunehmen. Weder der Standpunkt des Rheinisch-westfälischen Bezirksverbandes, der in einem Anträge formuliert ist, noch der Standpunkt der Vereine, die ganz scharf auf dem Standpunkte des Zentralvereins stehen, ist hier scharf genug präzisiert worden. Wir haben, soweit ich die Situation überschaue, bis jetzt nur eine ganz bestimmte Gruppe innerhalb der Versammlung sprechen gehört. (Rufe: Oho!) Ich muß Sie dringend bitten, einen so gefährlichen Antrag, wie den Antrag Steinhardt, den ich im Grundprinzip für sehr gut halte, vorläufig nicht anzunehmen. Lehrer Steinhardt (zur Geschäftsordnung): Lassen Sie mich mit einigen wenigen Worten meinen Antrag begründen. Er bezweckt keineswegs eine Einschränkung der Diskussion, wie Herr Rosenthal befürchtet. Aber ich möchte doch folgendes sagen: Auf dem Boden strengster Neutralität im Verbände der jüdischen Jugendvereine stehend — und ich kann wohl sagen, auf diesem Boden steht auch die übergroße Mehrheit der jüdischen Lehrervereine, die zu vertreten ich die Ehre habe —, möchte ich bemerken, daß ich an sich gegen den Antrag Dr. Apfel nichts einzuwenden habe und daß. ich nicht auf dem Standpunkte stehe, daß dieser Antrag von Hause aus die Neutralität verletzt. Wenn dieser Antrag trotzdem-