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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1919-07-01 · 3/5 (Juli/September 1919) · p. Seite 89

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
10 (1919)
Issue
3/5 (Juli/September 1919)
Date
1919-07-01
Page
Seite 89 (sequence 41)
Language
German
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89 fach nicht ander!! konnte, weil er sagte, in dieser Stunde des Vaterlandes hat alle Neutralität seine aus der Zeit geborene Grenze in deni Bekenntnis zum deutschen Vaterlande. Und nur darum handelt üs sich, meine.Damen und Herren. Und dieses Bekenntnis, auch wenn man es als selbstverständlich bezeichnet, können und müssen wir ablegen. (Rufe: Das haben wir abgelegt I) Meine Damen und Herren, Sie müssen es ablegen in Ihrem Arbeitsprogramm, denr wenn Sie dort im Arbeitsprogramm das bewußte Judentum betonen, so ist dies Gott sei Dank auch etwas Selbstverständliches. (Sehr richtig! — Nicht bei jedem!) Ich schätze uns nicht so niedrig, -aß es bei uns dieses Appells erst bedarf. Aber der Appell soll zur A rbeit werden, und das ist der Gesichtspunkt, aus dem heraus dieser Paragraph Ihnen vorgeschlagen worden ist. Meine Dan en und Herren! Es wurde hier von unserem Freunde Ist §!ahn, der, wie ich ja weiß, ein treuer Freund des Zentralvereins ist, betont, wie kann der Zentralverein Gründungen wie die Kamera den-Vereine herbeiführen und fördern. (Sehr richtig!) Meine Dunen und Herren! Auch da hören Sie eine historische Richtigstellung. Die Bewegung, die in Kameraden-Vereinen und ähnlichen Bereinigungen sich geltend macht, ist eine Bewegung, die glücklicherweise ganz spontan aus der Jugend heraus entstanden ist. Meine Damen und Herren, ich will Ihnen auch weiter verraten: Als die Kameraden an uns herantraten und uns darum baten, ihnen unseren Rat zur Verfügung zu stellen, da trug ich gerade aus meinem Neutralitätsbewußtsein heraus im ersten Momente gewisse Bedenken, bis ick> schließlich sagen mußte,-wenn mir ein lieber junger Freund seine warme Hand entgegenstreckt, und ich diese nicht annehme, so bedeutet dies eine Ohrfeige. (Sehr richtig!) Und das wollen Sie jnngm Leuten nicht billigen? Das ist doch eine Unmöglichkeit. Meine Daicken und Herren! Stoßen Sie sich nicht an dem unglücklichen Geba cken, daß Selbstverständliches in diesem 8 2 zum Ausdruck gekrack t werden soll. Nehmen Sie den Paragraphen an und sagen Sie: wir stehen auf so hoher Warte,, daß wir sagen dürfen, dieser' 8 2 >vird seine Verwirklichung finden, weil er für. uns selbstverständlich ist. Es ist von großer Bedeutung, daß dies als Ar? bcitsprogramm nuch fixiert wird. Arbeit bedeutet alles jetzt, meine Damen und Herren! Wir befinden uns in einer Zeit, in der wir sagen dürfen, ttir sind nicht, wie die Pessimisten behaupten, am Ende, wir sind qm Anfang, und am Anfänge war die Arbeit. (Lebhafter Beifall.) Vorsitzender vr. Apfel: Ich möchte mir zunächst auf das allerentschiedenste verbitten, daß sich eine Szene wiederholt, die sich eben mir gegenüber rbgespielt hat, indem ein Delegierter durch Handbewegungen Anieutungen macht, als ob bezüglich der Redezeit nicht die peinlichste L orrektheit herrsche. Ich betrachte es als ein Bezweifeln der persönlichen Ehrenhaftigkeit der Kontrolleure der Reden zeit, daß der Hei r hier mit der Sekundenuhr in der Hand die Redezeit verfolgt.

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