Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 10 (1919)
- Issue
- 3/5 (Juli/September 1919)
- Date
- 1919-07-01
- Page
- Seite 83 (sequence 37)
- Language
- German
- Belongs to
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83 ligl), so muß umgekehrt gesagt werden, daß es nach innen, d. h. den Juden gegenüber keinen Wert hat, in dieser 3tmOe die Vaterlandsliebe nochmals hervorzuheben. Wir haben nicht nötig, dieses immer wieder zu dokumentieren. "" Ein weiterer Gesichtspunkt »gegen den Antrag Apfel ist die Tatsache, daß wir pädagogische Aufgaben zu lösen haben. Wir sind nicht, zuletzt Erziehungs-Verein. Mir ist alles das, was Apfel heute üorgebracht hat, zu politisch. Wozu in die große Politik hineingehen! Richtig ist es, daß heute die Politik bereits in der Schule beginnt.' Ta. ist die Schülergemeinde, da sind die Kongregationen, da sind die sozialistischen, die protestantischen Jugendvereine,, da sind bei uns Juden die orthodoxen, die zionistischen und liberalen Vereinigungen. Legen wir uns nun auf das Programm Apfel fest, so werden wir mit den anderen Organisationen niemals mitkommen. Denn das sei einmal hier ausgesprochen: So fleißig, so arbeitsam und so voll hin- .gebender Liebe zur Sache, wie die anderen es sind, ist man bei uns nicht. Dieser Fehler muß bei uns abgestellt, hier muß Besserung geschaffen werden Und auch darum warne ich vor jeder Aenderung. Man hat die Neutralität so oft totgesagt; daß sie lebt, beweist die heutige Tagung. In einer Zeit, wo alles im Gären begriffen ist, wo die Entwickelung des einen Tages durch die des nachfolgenden korrigiert wird, in einer solchen Zeit heißt es doppelt und dreifach vorsichtig sein, wenn man grundlegende programmatische Aenderungen vörnimmt. Ich warne davor, Empfindungen des Augenblicks zu stabilisieren. Für unsere Arbeit muß immer die große Richtlinie, das große Endziel maßgebend fein; die Tageslaune hat hier auszuscheiden. Wir gutheißen die Kongreßidee. Ter Kongreß, seine Vorbereitung und alles, was damit zusammenhängt, wird Kämpfe bringen. Kämpfen heißt, Leben erzeugen. Ich-persönlich lehne jedoch hiermit ausdrücklich eine Gesamtorganisation der deutschen Jüdenheit, so wie sie bisher vom Deutsch-israelitischen Gemeindebund und Verband der deutschen Juden geplant war, in Uebereinstimmung mit meinen orthodoxen Gesinnungsgenossen auch an dieser Stelle auf das entschiedenste ab. Und nun Palästina: In den Jahrtausenden unserer Geschichte haben unsere Väter tagtäglich dreimal inbrünstig gesagt: Vesrecbesreno einen» Irion b'racbamin. Trotzdem inan in der Geschichte der deutschen Jüdenheit in« vergangenen Jahrhundert seitens einer bestimmten Richtung den Ausrottungskampf gegen die Zionsidee bis aufs Messer geführt hat, lebt Zion. Zion lebt heute mächtiger und lebendiger, als die nicisten von Ihnen es vielleicht noch vor Jahren geglaubt hätten. In der Seele des echten Juden ' war es nie erstorben. Das große Heimweh der jüdischen Jugend nach einem geistigen, nach einem kulturellen, nach einem altjüdischen Zion, das Heimweh nach einem nationalen, nach einen« Erez Jisroel, ist unauslöschbar. Ist es nicht die Erfüllung jener Wunder, die unsere Propheten geweissagt haben', wenn heute der Judenstaat, das Judenland lebendig würden? Sollte auch nicht unser heutiger Kongreß sich mit Palästina befassen, sollten wir nicht alle uns innerlich voll und ganz auf i