Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 10 (1919)
- Issue
- 3/5 (Juli/September 1919)
- Date
- 1919-07-01
- Page
- Seite 70 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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70 war oder nicht- Das hat Herr I>r. Apfel nicht mit der ihm» sonst eigenen Klarheit hier zum Ausdruck gebracht. (Sehr richtig!) Und ich muß deshalb in meiner Eigenschaft als Mitglied des Verbandsvorstandes erklären, daß dieser Paragraph in der vorliegenden Form ebenfalls ein rein persönlicher Antrag des Herrn Dr. Apfel ist. (Hört, hört! — Akufe: Ahal) Vorsitzender i>r. Apfel: Tarf ich unterbrechen und ausdrücklich bestätigen, daß ich gar keinen Zweifel daran lasse, daß dem so ist. Felix Meyer-Frankfurt (fortsahrend): Meine Damen und Herren! Aus meinen bisherigen Worten werden Sie ersehen haben, daß ich diesem vorgeschlagenen 8 2 ebenfalls meine Zusttmmung nicht geben kann. (Bravo!) Es ist ja wohl eine Abschwächung des ersten Antrages, und ich danke unserem Freunde Dr.. Apfel aufrichtig, daß er die schweren Bedenken, die ich auch im Namen meiner mir in dieser Frage nahestehenden Vorstandskollcgen zum Ausdruck bringen durfte, Laß er diese Bedenken insofern berücksichtigt Haft als er dem Anträge eine gewisse Schärfe der Präzisierung wohl genommen hat. Aber, nachdem er heute erklärt hat, daß der bisherige 8 1 in seiner bisherigen Form bestehen bleiben solle, hätte ich gewünscht, daß er dann den 8 2, wie er ihn jetzt vorgeschlagen hat, ganz weggelassen hätte. Tann hätten wir heute eine einmütige Kundgebung unserer Delegiertentagung gehabt. (Sehr richtig!) Ich begrüße es außerordentlich, daß die Dclegiertenversammlusg das Interesse der jüdischen Jugend an dem Aufbau Deutschlands einstimmig und ohne Debatte bekundet hat (sehr richtig!), und ich unterschreibe jedes Kort, das Herr I>r. Apfel hier bezüglich der Not des Vaterlandes und, unserer Pflichten gesagt hat. Er hat mit warmem Herzen gesprochen, und ich betone nochmals, jedes Wort war mir aus der Seele gesprochen. Aber, meine Damen und Herren, aus einer Stimmung heraus darf man keine Satzungsänderung machen. (Sehr richtig!) Und etwas Gefühlsmäßiges war es, was Herrn I>r. Apfel sowohl zu dem ersten Antrag, wie zu dem heutigen zweiten Antrag verleitet hat. Ich will auf weitere Ausführungen verzichten, weil ich annehme, daß noch nach mir verschiedene Diskussionsredner Einzelheiten, weshalb wir diesen Antrag nicht annehmen dürfen, Vorbringen werden. Ich selbst habe die Ehre, 10 Jahre dem Verbandsvorstande seit seiner Gründung anzugehören. Unter schweren Kämpfen wurde vor 10 Iahren die Neutralität unseres Verbandes erstritten, unter schweren Kämpfen wurde der Verband ins Leben gerufen, und er hat sich beinüht. bis jetzt die Neutralität aufrcchtzuerhalten. Und ich kann es mir nicht versagen, zu betonen, daß es mir wehe getan hat, in dieser so außerordentlich schwerwiegenden Frage, die die Existenz des Verbandes bedroht, von meinem Freunde Apfel derartig abweichen zu müssen. Die Stimmung in Süddeutschland über diesen Antrag wird Ihnen zweifellos von den süddeutschen Vereinsvertretern selbst dargelegt werden. Ich kann Ihnen nur das eine sagen: Ueberlegen Sie genau die Tragweite, falls es zur Abstimmung über den Antrag kommt. Ich empfehle Ihnen die Ablehnung des 8 2, wenigstens in seiner jetzigen Form. Ich bin gern bereit, die Festlegung der positiven Ziele, die