Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 10 (1919)
- Issue
- 3/5 (Juli/September 1919)
- Date
- 1919-07-01
- Page
- Seite 66 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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66 beginnen, daß die Sucht der Mischen Redner, die bekanntlich von Geburt an ein glänzendes Redetalent mit in die Wiege gelegt bekommen haben, dadurch beschnitten wird, daß es unbedingt bei dem Geschäftsordnungsantrag des Herrn Lichtenberg verbleibt. 10 Minuten ist eine sehr lange Zeit. Ich würde selbst den Antrag stellen, die Sache auf 6 Minuten zu beschränken. Ich stelle mich auf den Antrag Lichtenberg und bitte Sie alle, dafür einzutreten, daß unbedingt die Tauer von 10 Minuten nicht überschritten wird. (Bravo!) Rechtsanwalt Pasch-Berlin (zur Geschäftsordnung): Meine Damen und Herren! Ich bitte, den Antrag Lichtenberg anzunehmen, jedoch mit der Maßgabe, daß es nicht ausgeschlossen sein soll, auf Wunsch der Versaminlung die Redezeit auch zu verlängern. (Sehr richtig!) Wir wissen nicht, was die Herren, die wir quasi als Referenten betrachten dürfen, noch zu sagen haben. Es kann daher sehr wohl möglich sein, daß die -ringende Notwendigkeit besteht, einzelnen Rednern mehr als 10 Minuten zuzubilligen. Und das.sollten wir doch von vornherein nicht ansschließen. Im übrigen bitte ich um Annahme des Antrages Lichtenberg. (Rufe: Schluß der Geschäftsordnungsdebatte. — Gegenrufe: Gibt es nicht!) Nr. Hcilbronn-Nürnbcrg (zur Geschäftsordnung): Ich bin für die Annahme des Antrages Lichtenberg, denn wir sind doch nicht hierhergekommen, um unsere persönlichen Darlegungen hier zu machen, sondern wir sind doch vollständig gebunden durch die Aufträge, die unsere Vereine uns gegeben haben. Das läßt sich in wesentlich kürzerer Zeit darlegen und uns rascher zum Ziele kommen, wenn wir uns danach richten, hier nur das zum Besten zu geben, nicht was wir persönlich empfinden, sondern wozu uns unser Verein beauftragt hat. Vorsitzender l>r. Apfel: Gestatten Sie mir darauf aufmerksam zu machen, daß ich einen Bericht über sechs schicksalsschwere Jahre in 36 Minuten gegeben habe, daß aber die Geschättsordnungsdebatte bereits 13 Mrnuten dauert. - Rechtsanwalt Kaufmann ■ Mannheim (zur Geschäftsordnung): Es _ ist selbstverständlich, daß die Redezeit verkürzt werden muß: aber 10 Minuten sind etwas zu kurz. Ich schlage deshalb eine Viertelstunde vor. Auf dieser Grundlage kann jeder das sagen, was er zu sagen bat. Ich bitte den Antrag anzunehmen und 15 Minuten Redezeit zu sagen. Fritz Cohn - Kattowitz (zur Geschäftsordnung): Ich halte es für notwendig, daß mindestens je einer der Hauptrichtungen, mit denen wir nun einmal doch hier zu rechnen haben, Gelegenheit geboten wird, sich ausführlich zu äußern, und würde den Antrag Lichtenberg zur Annahme empfehlen mit der Einschränkung, daß je ein Vertreter des konservativen Judentums evtl, des liberalen Judentums und der Zionisten eine unbeschränkte Redezeit haben. (Widerspruch.) Vorsitzender r>r. Apfrl: Meine Herrschaften! Wir sind am Schlüsse dieser Geschäftsordnungsdebatte und kommen zu einer sehr