Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 10 (1919)
- Issue
- 3/5 (Juli/September 1919)
- Date
- 1919-07-01
- Page
- Seite 64 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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64 darüber eine Meinungsverschiedenheit nicht bestehen wird, denn diese Gegenstände niüssen grundlegend erörtert werden. Es muß mancher Schatten, der über den bisherigen Vorbesprechungen lagerte, weggeräumt werden, ehe wir zu positiver Arbeit übergehen können. Meinungsverschiedenheit scheint mir aber zu herrschen über die Dauer der Redezeit. (Sehr richtig!) Eine Vorbemerkung: Wenn heute Menschen Zusammenkommen, auch gebildete Menschen, so herrscht im allgemeinen eine Erregung sondergleichen und ein Durcheinander und eine Erbitterung, die man nur begreifen kann, wenn man volles Verständnis für die allgeineine Nervenüberreizung hat. Ich richte die Bitte an Sie, daß wir zwar sachlich und auf das schärfste miteinander debattieren — es soll nichts unterdrückt werden: es ist besser, wenn einmal alles gesagt wird/'was in uns gärt — daß wir aber in der Tonart der Würde unserer Bewegung gerecht werden, deren Schicksalsstunde vielleicht heute geschlagen hat. ES hat sich nun zur Geschäftsordnung, zunächst nur über die Dauer der Redezeit, Herr Rechtsanwalt Lichtenberg gemeldet. Rechtsanwalt Lichtenberg. Hannover (zur Geschästsordnung): Ich bitte, daß die jüdische Jugendbewegung, die sich heute nach sechs Jahren zu dieser bemerkenswerten Tagung zusammengefundcn hat, in einer Beziehui-Z einnial bahnbrechend und mit gutem Beispiel vorangeht und es von vornherein unmöglich macht, daß aus Kosten aller der Redner, die später auch etwas zu sagen haben und aus deren Reden vor allen Dingen die Stimmung der gesamten jüdischen Jugend erforscht werden muß, die ersten Redner eine ungemessene Redezeit haben und dadurch eine ganze Reihe von Rednern an der Ausübung ihres Rechtes verhiichern. Meine Damen und Herren, Sie werden zum größten Teile wissen, daß vor wenigen Tagen und noch heute der Parteitag der Sozialdeniokratischen Partei, der größten Partei Deutschlands, tagt. Auf dieser Tagung ist von vornherein die Redezeit auf 10 Minuten beschränkt. (Bravo!) Und es haben angegriffene Minister wie der Minister Heine nicht das Recht gehabt, länger als 10 Minuten zu sprechen. Ich glaube, so wichtig auch die heutige Tagung und alle Erörterungen für das ge-' samte deutsche Judentum und für seine Zukunft sind, so spricht doch nichts dafür, daß wir nicht mit derselben Redezeit auskommen fön*' nen, mit der dieser große Parteitag ausgekommen ist. Und ich stelle den Antrag, daß niemand länger als 10 Minuten das Kort hat, und ich bitte auch die Versammlung, insofern mit weiser Selbstdisziplin voranzugehen, daß sie niemanden, auch nicht durch einstimmigen > Willen, begünstigt, länger als 10 Minuten zu sprechen. 10 Minuten genügen. Und wer 10 Minuten gesprochen hat, der hat dann später vielleicht Gelegenheit, noch einmal wieder in die Debatte einzugreifen. (Beifall.) Vorsitzender Dr. Apfel: Auch Wortmeldungen zur Geschäftsordnung müssen schriftlich erfolgen. Dr. Ist Kahn-Köln (zur Geschäftsordnung): Meine Damen und Herren! Ich möchte Sie bitten, diesen Antrag des Herrn Lichtenberg-Hannover in diesem Augenblick noch nicht anzunehmen. (Sehr