Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 10 (1919)
- Issue
- 3/5 (Juli/September 1919)
- Date
- 1919-07-01
- Page
- Seite 51 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Schmerz unserer Väter, unserer Mütter erzählen, die ihr Bestes, ihre Kinder, hingegeben für unser Vaterland-, dann wollen wir von ihrem heiligen Heldentum reden, von ihrem Bluten draußen für die Ehre des deutschen Namens, für die Zukunft des deutschen Lebens, bis die Schamröte über das Antlitz der Lästerer flammt. „Deine Loten leben!" Nicht als Tote grüßen sie uns in dieser Stunde, nein, als Lebende. Es ist, als ob sie zu uns sprächen: Glaubt an Euch, g'aubt an Euer Vaterland, glaubt an das Werk Eures Bundes und an seinen Sieg! Glaubt an das Große, laßt von kleinen Geistern! was groß in Euch, nicht mindern und nicht meistern! „Deine Totey leben!" Als Raffael starb, da war die Konstantinsschlacht, vielleicht sein machtvollstes Werk, unvollendet geblieben. Aber die Schüler weinten nicht nur an der Bahre des Meisters. So gut fie eS konnten, vollendeten fie das, was der MesDir in heiligen Stunden gedacht, was er in großen Tagen geplant. Als Mozart aus dem Leben ging, da war eine feiner tiefsten Schöpfungen, das Requiem, Bruchstück geblieben. Seine Schüler «ber klagten nicht nur um den Tod des Meisters, sondern sie Vollendeten fein Werk in seinem Geiste, so gut sie es konnten. Ahnt Ihr, meine Freunde, den tieferen heiligen Sinn dieser Stunde? Wir -find die Erben,unserer Toten. Das Lied, das sie gesungen, soll nicht spurlos im Winde verklingen; das Werk, an dem sie gebaut, soll nicht Ynnlos zerfallen. Das, was sie gewollt, was sie gewirkt, das wollen wir als ein heiliges Vermächtnis ehren, und dafür sorgen, daß es vollendet werde zur Ehre der Toten, zum Heile der Ueberlebenden, zum Segen der kommenden Geschlechter, Treue geloben wir den Treuen, Treue um Treue! ' , Friede mit Euch, die Ihr ruht im Feindesland und in der Heimat! Die Ihr starbet für unS, nimmer vergessen wir Euch. Weinend umkränzt unsre Liebe mit Lorbeer Euere Gräber, Betevd, daß aus Eurem Blut reife die friedliche Saat!