Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 10 (1919)
- Issue
- 2 (5.1919)
- Date
- 1919-05-01
- Page
- Seite 260 (sequence 236)
- Language
- German
- Belongs to
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260 Vorsitzender vr. Apfel: Ich glaube doch, daß Sie diese Dinge nicht von einer höheren Warte aus betrachten, Herr Dr. Königsberger, sondern vom persönlichen Standpunkte aus. Was liegt denn vor? Sie haben sich zum Antrag vr. Lange zum Wort gemeldet wie noch 15 oder 18 andere. Keiner von den Damen und Herren, die sich dazu zun: Worte gemeldet haben, sind bisher zu dieser Sache zum Worte gekommen. Gut, wenn Sie sich dadurch beschwert fühlen, kann ich das verstehen. Aber daraus Schlüsse auf unsere Bewegung zu ziehen, halte ich nicht für richtig. Sehen Sie einmal, Herr vr. Königsberger, Sie nehmen jetzt die Mappe in die Hand und gehen nach Hause. Ich bin aber Verbandsvorsitzender, der unbedingt nach 6 Jahren eine Reihe von Geschäften erledigt haben muß.- DaS ist nicht zu ändern. Königsberger: Ich habe nicht gedroht, wie das üblich gewesen ist; ich werde auch nicht schwören, werde nichts tun. Ich will nur das von Herrn vr. Apfel einem Oppositionellen gegenüber angewandte Verfahren feststellen, der hier zwei volle Tage gesessen hat, sich wiederholt zum Worte gemeldet hat und nur mit Ach und Krach einmal schließlich zur persönlichen Bemerkung das Wort bekommen hat. Vorsitzender vr. Apfel: Ich stelle fest, daß Sie meiner Erinnerung nach wohl ein Dutzend mal auf der Tagung gesprochen haben. (Widerspruch bei Rechtsanwalt vr. Königsberger) — Warten Sie einmal das Stenogramm ab! (Rechtsanwalt vr. Königsberger: Das können Sie deixeln, wenn Sie wollen! — Große Entrüstung und lebhafte Pfui-Rufel) — Herr vr. Königsberger, ich rufe Sie zur Ordnung und lehne jede weitere Diskussion mit Ihnen ab. (LÄhaster allseitiger Beifall.) (vr. .Königsberger verläßt den Saal.) Ein weiterer Antrag von vr. Meyer-Liegnitz: „Die Delegiertenversammlung wolle beschließen, daß möglichst bald ein vom Vorstande festgesetztes Normalstatut in allen Verbandsvereinen eingeführt wird." Ich beantrage, die Sache dem Verbandsvorstande zu überweisen. (Zustimmung). Weiter ein Antrag Cassel, ein langer Antrag über -die Zeitschrift. Er ist dadurch erledigt, daß die Kommission diese Zeitschriftenanträge dem Vorstande überwiesen hat. Wir wollen dos auch dem Vorstande überweisen. (Zustimmung). Weiter eine Resolution von Blänk-Witten: „Der Verband der jüdischen Jugendvereine fordert von seinen Mitgliedern im Streite der wirtschaftlichen Gruppen Ablehnung jeglicher Verhandlungen mit dem D. H. D." — ich nehme an, daß Sie den deutsch-nationalen HandlungSgchilfenverband meinen? (Ja!) — .