Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 10 (1919)
- Issue
- 2 (5.1919)
- Date
- 1919-05-01
- Page
- Seite 258 (sequence 234)
- Language
- German
- Belongs to
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258 nicht, wir haben bewiesen, daß wir aus eigener Kraft und aus eigener Wissenschaft bestehen können. Das habe ich gesagt. Lrvistein - Vacha: Es ist schr bedauerlich, daß die wichtige Frage der Bearbeitung der kleinen Gemeinden als letzter Punkt der Tagesordnung jetzt erst zur Verhandlung kommt. Wenn man bedenkt, was für unendliche Mengen Juden auf dem Lande wohnen, wenn man bedenkt, wie indifferent der Jude unter diesen Juden ist, dann sollte man meinen, das wäre einer der wichtigsten Gegenstände, die überhaupt nur auf der Delegiertentagung zu behandeln gewesen mären. (Sehr richtig!) Dagegen muß ich die Verbandsleitung in gewisser Beziehung in Schutz nehmen. Nachdem' man gemerkt hat, daß der Verein „Vacha" ziemlich großes Interesse hat, sind sowohl -Herr Pr. Apfel wie Fräulein Dr. Berliner und noch verschiedene andere Redner zu uns gekommen. Es ist von den Dörfern geredet worden. Wir sind auch nach anderen Städten gegangen. Wir haben in Bebra eine Tagung veranstaltet und haben in verschiedenen anderen Orten versucht, etwas zu erreichen und auch mit Erfolg. Also die Verbandsleitung hat da getan, was sie tun konnte. Hingegen muß ich den Bezirksverbänden einen Vorwurf machen. Der mitteldeutsche Bezirksvcrband hätte in der Zeit, in der er existiert hat, also vor dem Kriege, bedeutend mehr "arbeiten können. Es sind um Cassel herum eine Menge kleinerer Orte, in denen dftekt eine Bestrebung vorhanden ivar, Vereine zu gründen. Es ist nichts geschehen, um diese Bestrebungen zu fördern. Ich könnte Orte nennen, in denen man sehr gern die Gründung eines Vereins gesehen hätte. Es ist aber nichts geschehen. Zum Beispiel Fritzlar, wo jetzt eine Organisation hervorgcrufen worden ist. -In diesen Orten hätte man nach dem System, wie wir das gemacht haben, also Zusammenfassung verschiedener Teile zu einem Verband, unbedingt etwas erreicht. Ich möchte für die jetzt in Aussicht genommene Arbeit der Bezirksverbände dieses System ganz eindringlich empfehlen. Vorsitzender Dr. Apfel: Ich würde nur wünschen, daß diese Worte des Herrn Levistein-Vacha sehr ernsthaft berücksichftgt werden. Sie betreffend eins der ernstesten Probleme. Ich kann Sie versichern, Herr Levistein, daß das der Hauptgrund ist, warum wir von der Leitung aus so sehr auf die Reorganisation der Bezirksverbände dringen. Wir werden auch in Mitteldeutschland nach dem Rechten sehen. Tie Schritte dazu sind schon eingeleitet. Es ist ein Antrag auf Schluß der Debatte eingegangen. Ein Redner gegen Schluß? — Niemand. — Ein Redner für Schluß der Debatte? — Angenommen! Wir kommen zum nächsten Punkt. (Zuruf: Wird über den Antrag selbst nicht äbgestimmt?) — Der Antrag war eigentlich schon