Mannheim
Compact Memory

Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1919-05-01 · 2 (5.1919) · p. Seite 245

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
10 (1919)
Issue
2 (5.1919)
Date
1919-05-01
Page
Seite 245 (sequence 221)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
98% known words query
IRI
…/4926451-6352298-6352427--1767-4927856
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

245 ist. In diesem Sinne hoffe ich, daß auch chic auf der heutigen Tagung einstimmig uns zu folgender Resolution bekennen werden. Sie . ist von der Kommission, der angehörten Herr Dr. Gustav Löffler/ Herr Rabbiner Di'. Lazarus, Herr Dr. Wolfheim-Erfurt und meine Wenigkeit — ich glaube, das sind wohl alle gewesen —, beschlossen worden. ■ ~t „1. Es ist Pflicht jedes Juden, das Werden des jüdischen Palästina mit großer Aufmerksamkeit zu verfolgen. 2. Als Grundlage der den kulturellen und wirtschaftlichen Aufbau zu getvährleistenden Arbeit fordern wir in Uebereinstimmung mit den Beschlüssen der großen jüdischen Organisationen in Deutschland die Festsetzung solcher politischen, administratonscheu und ökonomischen Bedingungen für Palästina, daß seine Entwickelung zu einem von der gesamten Judenheit getragenen ökonomischen Gemeinwesen gesichert wird." Ich bemerke, daß der letzte Teil 2 auf der Tagung des Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens ebenfalls wörtlich beschlossen lvorden ist, so daß wir uns hier in der Kommission, der Zionisten wie Anti-Zionisten, wie Herren, die keine Stellung zum Zionismus genommen haben, angehörten, einstimmig auf dem Boden dieser Fassung einigen konnten. Ich bitte daher, nieine verehrten Damen und Herren, sich auf diese Resolution, die eigentlich allen Richtungen gerecht wird, die sich auf nichts Nationales und sonstwie politisch Geartetes feftlegt, sondern vollständig sich auf dem Boden der neutralen Ansichten bewegt, zu einigen. (Bravo!) Vorsitzender Dr. Apfel: Ich möchte auch enipfehlen, daß wir den Eindruck dieser wirkungsvollen Kundgebung durch Debatte und Tüfteleien nicht abschwächen. Es erhebt sich kein Widerspruch. Auch diese Resolution ist einstimmig angenommen. Fritz Cohn-Kattowitzr Einen Widerspruch will ich nicht erheben. Aber ich finde, daß § 1 der Resolution vielleicht noch etwas prägnanrer ergänzt werden könnte, denn es ist eigentlich nicht bloß unsere Aufgabe, das Werden des jüdischen Palästina mit Aufnierksanckeit zu verfolgen, sondern es könnte auch ruhig darauf hingewiesen werden, daß der Entwicklung und dem Aufbau des jüdischen Palästina tätiges Interesse gewidmet werden kann. Vorsitzender Dr. Apfel: Jetzt kommen zunächst ein paar kurze Bemerkungen des Herrn Landesrabbiner Dr. Rieger zn den Leitsätzen zur Gemeindepolitik. Landesrabbiner Dr. Rieger-Braunschweig: Meine sehr geehrten Zuhörer, ich glaube, es ist wohl in unseren Kreisen stets als ein Nachteil empfunden worden, daß unsere Gemeinden ein so wenig entwickeltes Interesse an dein Bestehen , und der Entwickelung der Jugendvereine genommen haben. Es ist an der Zeit, daß die heutige Tagung lebhaften Einspruch erhebt gegen diese Gleichgültigkeit und Teilnahmslosigkeit. (Sehr richtig!) Ich habe bereits auf der rheinisch-westfälischen Tagung unter einstimmiger Zustimmung meiner Freunde über dieses Thema gesprochen und freue mich, daß heute der

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.