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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1919-05-01 · 2 (5.1919) · p. Seite 244

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
10 (1919)
Issue
2 (5.1919)
Date
1919-05-01
Page
Seite 244 (sequence 220)
Language
German
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244 \ dafür ist, den bitte ich, die Hand zu erheben. — Ich bitte um die Gegenprobe. — Der Antrag ist abgelehnt. Nun kommt die zweite Fassung gemäß dem Anträge Wolfheim- Erfurt: »Für ausländische Juden soll eine Karenzzeit festgelegt werden." Wer ist dafür? — Ich bitte um die Gegenprobe. — Der Antrag ist mit großer Mehrheit angenommen. Ehe wir nun zum Bericht der Palästina-Kommission kommen, bitte ich Sie, eine Entschließung, die Ihnen im Einklang mit der Verbandsleitung nunmehr vorgelegt wird, stehend anzuhören. (Die Versammlung erhebt sich.) Dr. Ist Kahn: „Der 4. Delegiertentag des Verbandes der jüdischen Jugendvereine Deutschlands erhebt flammenden Protest gegen die unmenschliche Pogrompolitik der polnischen und rumänischen RegieruNg. Er fordert die Mitglieder des Verbandes zur tatkräftigsten Mitarbeit an der Linderung der Not ihrer unglücklichen Opfer auf." Vorsitzender Dr. Apfel: Ich frage, ob sich gegen die einstimmige und debattelose Annahme dieser Entschließung irgendein Widerspruch erhebt. — Das ist nicht der Fall. Ich stelle die einstimmige Annahme fest. (Beifall.) Nun hat Herr Dr. Jsi Kahn als Referent der Palästina-Kommission das Wort. Dr. Jsi Kahn: Meine Daiyen und Herren, ich wünschte, es würde mir das Glück beschicken, am Ende der Tagung auch dieselbe Einmütigkeit und Einstimmigkeit des Delegiertentages betreffs der Palästinasrage zu erzielen, wie es bei der Entschließung für die unglücklichen Opfer unserer Pogroinbrüder im Osten der Fall gewesen ist. Die Kommission, bestehend aus den verschiedensten Anschauungen und Richtungen, hat sich auf eine Fassung geeinigt, die es allen von Ihnen hoffentlich ermöglichen wird, mit derselben Einstimmigkeit sich dazu zu bekennen." Ich schicke eine Begründung voraus, die einstimmig der Gesichtspunkt der Kommission gewesen ist, nämlich: gleichgültig, ob wir uns als religiöse oder als nationale Juden bekennen, gleichgültig auch, aus welchen Gesichtspunkten und Beweggründen heraus wir uns um die Fahne der jüdischen Jugendbewegung scharen — Palästina ist derjenige Mittelpunkt des jüdischen Lebens, der, sei es religiös - sittlich, sei es national, immer im Mittelpunkt unseres Traumes gestanden hat. Palästina wird im Schrifttum überall da, wo von den letzten und höchsten Menschheitszielen gesprochen wird, als das bezeichnet, was wir als das Ideal der jüdischen Gesamtheit auf allen Wanderungen durch die Jahrhunderte leuchtend vorangetragen haben. Das Land Palästina heißt merkwürdigerweise nicht, wie wir unnehmen sollten, das Land der Juden, sondern Palästina heißt es, wie heute morgen ja Freund Löffler beschrieb, Gotteskämpfer. Das will zum Ausdruck bringen, daß Palästina zu allen Zeiten allen Juden die Hochburg des sittlichen Inbegriffes von Israels Pflichten gewesen

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