Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 10 (1919)
- Issue
- 2 (5.1919)
- Date
- 1919-05-01
- Page
- Seite 237 (sequence 213)
- Language
- German
- Belongs to
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— 237 — I Hilfskräfte für die einzelnen Dezernate und Bürokräfte nötig und müssen dazu Geld haben. Wir hatten zunächst beabsichtigt, Mk. 1.50 Perbandsabgabe pro Kopf zu beantragen. Wir wollen uns aber schließlich mit Mk. 1.— Kopfsteuer begnügen; das stellt aber auch die äußerste Rücksichtnahme auf die Interessen der einzelnen Vereine dar. Ta wir damit rechnen müssen, daß durch die politischen Verhältnisse von unseren 41 000 Mitgliedern 10—15000 verloren gehen können, können wir, wenn alle Beiträge eipgehen, mit einer sicheren Einnahme von allenfalls Mk. 25 000 rechnen. Gewiß sind die Bedenken mancher Einzelvereine verständlich, aber sie müssen überwunden werden. Wenn beute unsere jungen Leute für eine Tasse Kaffee Mk. 1.50 ausgeben, womöglich für ein Stück Kuchen noch einmal dasselbe, dann müssen sie für ihren Verband auch soviel übrig haben, daß sie ihm jährlich außer ihrem Dereinsbeitrag noch Mk. 1.— opfern. Wenn wir dieses Geld nicht aufbringen können, dann machen wir wirklich besser Schluß. (Stürmischer Beifall). Wenn ich sehe, was junge Zionisten für ihre Bewegung opfern, (sehr richtig), wenn ich die Beitpcigs-. leistungen der sozialistischen Jugendbewegung in Betracht ziehe, die sich doch zum Teil aus dem Aermsten der Armen rekrutiert, dann bin ich der Meinung, daß über den Jahresbeitrag von Mk. 1.— überhaupt nicht diskutiert werden darf> , Ich darf annehmen, daß Sie es unter der Würde der Bewegung halten, über diese Frage auch nur ein Wort zu verlieren. (Stürmischer Beifall, Zuruf: Akklamation). Es ist Akklamation für diesen Antrag beantragt worden. Es erhebt sich kein Widerspruch. Der Antrag ist einstimmig angenommen worden. (Lebhafter Beifall). Lehmann-Hannover: Meine Damen und Herren, ich habe im Aufträge der Kommission, die eingesetzt ist, um über eine endglllttge Fassung der Kongreßresolution zu beraten, hier zu berichten. Ich möchte Ihnen voicher die Anträge vorlesen, die prinzipiell verschieden sind und über die man beraten hat. Dies ist der Antrag, der wohl am weitesten geht, nämlich anstelle der Worte: „Sämtliche deutschen Juden" treten die Worte: „Sämtliche in Deutschland wohnenden Juden", damit auch Ausländer an den Kongreßwahlen teilnehmen können. Ein anderer Änttag verlangt: Wahlberechtigt zum Kongreß sind alle in Deutschland wohnenden Juden, die mindestens zwei Jahre vor dem Kriege ihren Wohnsitz in Deutschland hatten und das 20. Lebensjahr vollendet haben. Ein dritter Antrag besagt: an beiden Stellen die Worte: .Deutsche Juden" durch die Worte: „in Deutschland ansässige Juden, die einer jüdischen Gemeinde in Deutschland angehören", zu ersetzen. Meine Damen und Herren, wir haben über diese Paragraphen gesprochen und haben uns auf eine Fassung geeinigt, die eine gewisse Kompromißfassung ist, die, glaube ich, aber allen gerecht -wird. Ich möchte. Ihnen sagen, daß der letzte Antrag auf meinen Vorschlag zurückgezogen ist, nämlich der, daß alle in Deutschland ansässigen Juden — also damit wären auch die Ausländer gemeint —, die einer Gemeinde angehtzren, wählen sollen. Der Antrag ist zurück-