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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1919-05-01 · 2 (5.1919) · p. Seite 202

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
10 (1919)
Issue
2 (5.1919)
Date
1919-05-01
Page
Seite 202 (sequence 178)
Language
German
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202 nun zur Abstimmung. Wer für den Antrag auf Schluß der Debatte ist, den bitte ich, die Hand zu erheben.'— Ich bitte um die Gegenprobe. — Der Antrag ist mit überwältigender Mehrheit angenommen. Gustav Löffler, möchten Sie noch ein kurzes Schlußwort sprechen? — Tann sprechen Sie es bitte gleich von' Ihrem Platze aus. L>r. Löffler-Frankfurt a. M. (Schlußwort): Meine Damen und Herren, ich möchte nur allen denen, die in der kurzen Zeit sich geäußert haben, recht herzlich danken. Und ich möchte Ihnen ganz beionders für das anhaltende Interesse danken, das Sie für die Ausführungen Ausdruck brachten. Zur Sache selbst habe ich sehr wenig noch zu sagen. Ich möchte aber vor allen Dingen noch einmal betonen, daß alle diese Probleme im Leben für die Gestaltung der Zukunft lveitester Kreise von großer und größter Bedeutung sind. Ich lveiß aber auch, daß der Wille im Leben des Einzelnen, das heißt allerdings ein felsenfester Wille für die Lösung der Fragen das Entscheidende ist. (Sehr richtig!) In diesem Zusammenhänge, meine Damen und Herren, lassen Sie mich hier noch eins nachholen. Ich konnte selbstverständlich sowohl bei den rein gedanklich-theoretischen Ausführungen, wie bei den praktischen Vorschlägen, die ich daran zu knüpfen hatte, bei weitem nicht all das bringen, was zur Sache zu sagen war; jeder einzelne Punkt könnte einen ganzen Vormittag ausfüllen, wenn man ihn erschöpfend behandelte. Aber ich erwarte ja auch, daß in den einzelnen Vereinen von nun an ganz gründliche Arbeit in jedem Teilproblem geleistet wird. Dies eingeschaltet, möchte ich nun noch folgendes sagen: Foerster hat einmal in seinem Buche „Jugendlehre" ausgeführt: Selbst wenn die heutige medizinische Wissenschaft auf dem Standpunkt stände, daß die Enthaltsamkeit für den einzelnen gesundheitliche Gefahren mit sich brächte, so müsse er; Foerster, vom Standpunkte der Ethik aus gegen die Propagierung dieser Ideen sich wenden, denn vom Standpunkte der Ethik aus dürD das nicht gutgeheißen-werden, was eine Mode-Auffassung der Wissenschaft heute allenfalls billigt. Das gilt seinen Grundgedanken für all das, was wir besprechen. Wir dürfen diese Modeanschauungen, ob sie sich auf den Einfluß der Wirtschaft, aus das Leben oder auf den Einfluß der Naturwissenschaft beziehen, nicht gestaltend sein lassen für unsere Lebensführung. Darum möchte ich auch noch aus diesen Gedanken heraus ein Wort über^die Beziehungen von Religion und Wissenschaft sagen. Auch da muß ich mich verhältnismäßig kurz fassen. (Vorsitzender: Nicht nur verhältnismäßig, sondern wirklich! Es geht nicht anders!) Manch einer wurde in seinem religiösen Glauben und Fühlen schwankend, wenn er hörte, daß die Anschauungen Darwins und Haeckels dem widersprachen. Gerade auf diesem Gebiete aber haben die Forschungen der letzten Jahre Anschauungen zur Strecke' gebracht, die man als felsenfest stehend erachtete. Man hat z. B. nachgewiesen, daß die Vererblichkeit auch erworbener Eigenschaften möglich ist. Meine Damen und Herren, bedenken Sie das Weittragende gerade dieser, alte Naturwissenschaft-

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