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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1919-05-01 · 2 (5.1919) · p. Seite 197

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
10 (1919)
Issue
2 (5.1919)
Date
1919-05-01
Page
Seite 197 (sequence 173)
Language
German
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197 Meine Damen uni Herren, Sie brauchen nicht zu Lenken, daß das irgendwie in die Frage der Politik hinüberspielt. Wir Mitglieder der jüdischen Jugendvereine und wir Einzelvereine als Mitglieder des Verbandes der jüdischen Jugendvereine sind auf das lebbasteste an der Erziehung unserer Jugend zum Judentum interessiert. (Sehr richtig!) Und diese Erziehung kann uns nur möglich gemacht werden, wenn der Charakter des Religionsunterrichts in der Form beibehalten wird, wie er bei uns in Bayern z. B. eben als Pflichtfach an den Schulen bis jetzt gegeben wird. (Vorsitzender: Die Zeit ist abgelaufen!) — Darf ich vielleicht noch etwas weiter sprechen? Vorsitzender Dr. Apfel: Wir müssen mit dieser Frage noch am Vormittag zum Abschluß kommen (Sehr richtig!): sonst werden wir nicht fertig. Ich schlage aber vor, daß wir Herrn Dr. Heilbronn noch ermöglichen, seinen Gedankengang innerhalb 1—W-z Minute abzurnnden. Dr. Heilbronn: Ich lverde mich ganz kurz fassen. Ich möchte nur noch zu den zweiten Ausführungen des Herrn Dr. Löffler einiges sagen. Herr Dr. Löffler hat — und ich muß sagen, daß ich es begrüße, daß auf einer Verbandstagiimg der jüdischen Jugendvereine Deutschlands gerade die Erziehung zur Frühehe, die Erziehung zur Sexualethik besprochen wird — Herr Dr. Löffler hat uns da bewundernswerte Gedanken entwickelt. Ader, meine Damen und Herren, ich muß da doch auch einige ergänzende Bemerkungen machen. Herr Dr. 'Löffler sprach von der Erziehung unserer Jugend zu einem sittlich xeinen Leben, zur Sexualethik. Meine Damen und Herren, ich muß Ihnen sagen, unsere Erziehungspläne und die trefflichen Erziehur gspläne, die uns Herr Dr. Löffler entwickelt hat, tverden niemals verwirklicht werden, wenn im Kreise der Eltern der Heranwachsenden Jugend für solche Pläne nicht volles Verständnis entwickelt wird. Ader da muß ich nun auch einmal sagen — man muß auch da hineinleuchten —, da ist gerade das Gegenteil der Fall. Eine Mütter blickt heute mit Stolz auf ihren Sohn, der ein Verhältnis hat. (Oho!) Ich muß tas deut> lich aussprechen. (Oho!) — Jawohl, meine Damen und Heri en! Es muß einmal offen und ehrlich gesagt werden. (Vorsitzende: Herr Doktor, ich muß auch in diesem Falle bitten, diese Behauptung nicht so allgemein aufzustellen.) Meine Damen und Herren, Sir werden mir natürlich nicht zutrauen, daß ich von unseren jüdischen Müttern in der großen Allgemeinheit eine solche schlechte Meinung habe. (Zuruf: Das tut eine Mutter nie!) Aber Sie müssen mir doch zutrauen, daß es mir als Rabbiner und Lehrer der Jugend vergönnt ist,: auf diesem Gebiete mancherlei Erfahrungen zu sammeln. (Sehr richtig!) Und das muß auch hier einmal auf das ganz enttchiedenste sustgestellt werden, daß man dariiber nicht etwa reden darf zustimmenl, beschönigend, sondern das muß auch einmal als eine Schande h ngestellt werden. (Lebhafter Beifall. — Vorsitzender: Ihre Zeit ist um!) — Ich hätte noch einiges zu sagen. Aber ich will dann schließen. Dr. Ist Kahn: Meine Damen und Herren! Endlich ist dm jüdische Jugendbewegung an dem Punkte angelangt, wo ich sie seit der ersten Stunde, seit der ich in ihr mitzuarbeiten die Ehre habe, I inlenken

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