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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1919-05-01 · 2 (5.1919) · p. Seite 146

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
10 (1919)
Issue
2 (5.1919)
Date
1919-05-01
Page
Seite 146 (sequence 122)
Language
German
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146 daran, daß an den Freitagabenden in meinem Elternhaus Männer wie David Wolfsohn und Bodenheimer zugegen waren, daß sich die ganze Jugendgeschichte des Zionismus zum Teil in meinem Eltern- Hause widerspiegelte und weil ich den wundervollen Elan fühlte, der in dieser Bewegung liegt. Nun wird mir vorgeworfen, mein Verlangen der statutarischen Bekundung vaterländischer Gesinnung sei Stimmungssache. Gewiß ist es Stimmungssache. Es handelt sich aber nicht um eine Stimmung, die acht Tage anhält, sondern die bereits das ganze Jahr Richtschnur meines Wesens ist. In dsm Augenblick nämlich, als ich fühlte, daß cs Deutschland schlecht geht, da gab es für mich eben nur noch eine Stimmung, nur noch ein großes Gefühl, nämlich, daß ich ein Deutscher bin und bleiben will und daß ich in diesem Punkte keine Konzessionen mehr machen kann. (Stürmischer Beifall.) Meine zionistischen Freunde — bei mir ist doch alles zionistisch verseucht — mein Büro, mein Sozius usw. — die nehmen es mir auch garnicht übel, wenn ich mein Deutschtum ehrlich betone, denn die wollen ja keine Zionisten, die in solch spätem Alter zu ihnen kommen, die wünschen ja, daß man in den Zionismus gewissermaßen hineingeboren ist. Ich habe heute morgen darüber geschimpft, wie sich die Zionisten gegen unseren Verband benommen haben. Wenn wir unter uns von Zionisten sprechen, an Fritz Simon, vr. Wolfheim und an die einigen wenigen ihrer Art denken, dann denken wir mit genau derselben Liebe an die Mitarbeit mit ihnen, wie an die Mitarbeit 'mit jedem anderen auch. Aber nehmen Sie es mir nicht übel, daß ich deutlich darauf Hinweise: Me Zionisten haben sich heute mit keinem Wort von den Vorwürfen reinzuwaschen gesucht, die ich wegen ihres Ver- Haltens anläßlich der Posener Resolution und der Verständigungsgemeinschaft gesprochen habe. Diese unangenehmen Dinge sind einfach übergangen worden. Die Zionisten können mir auch nicht verübeln, daß ich als Verbandsvorsitzender feststellen muß, daß die zionistischen Mitglieder nur wenige Hundert zählen und daß für mich die Rücksichtnahme auf den Zionismus eine gewisse Grenze hat darin, daß ich eben sehen muß, die meisten andern sind Nichtzionisten. Nun ist es aus mancherlei Gründen verständlich, daß die Zionisten nicht in Massen bei uns sind. Ich habe dafür sehr viel Sinn, ich kann es aber jetzt im einzelnen nicht ausführen. Aber das müssen Sie »nr konzedieren, daß wir unseren Verband nicht nur nach Empfindlichkeiten orientieren können, die solchen Kreisen anhaften, die zum großen Teil nicht unter uns sind. Es ehrt Sie gewiß alle, daß Sie solch mimosenhaftes Empfinden der Zionisten respektieren, aber so geht es nicht weiter. Wenn gesagt wird, die Zionisten treten aus dem Verband aus, wenn die vaterländische Gesinnung bekundet wird — was Ihnen übrigens zum größten Teil hier erst durch Sie eingeredet worden ist (Lebhafter Beifall) — dann sage ich Ihnen ganz offen: ich lasse es darauf ankommen. Ich lasse es darauf cmkommen, ob die deutschen Zionisten es wagen, aus einem Verbände auszutreten, weil er seine vaterländische Gesinnung bekundet. (Zurufe: nach 10 Jahren) — Halten Sie doch einmal einen Augenblick den

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