Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 10 (1919)
- Issue
- 2 (5.1919)
- Date
- 1919-05-01
- Page
- Seite 136 (sequence 112)
- Language
- German
- Belongs to
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186 mutz man sich fragen: Na, ist denn an -er Idee nicht doch schließ. etwas, das gehalten werden kann und gehalten werden muß? 2. ist die Neutralität unbedingt als berechtigt anzusehen, und der beste Beweis ist der, daß man sich momentan in Deutschland die größte Mühe gibt, einen Kongretz zu-bilden. Ja. was ist denn der jüdische Kongreß? Eine Plattform, auf der sämtliche Anschauungen innerhalb des Judentums ihre Ansichten austauschen können, ohne datz das auf Plakatsäulen und Litfaßsäulen geschieht und in der öffentlichen Presse, wo die schmutzige Wäsche, soweit sie vorhanden ist, und die anderen Dinge, soweit sie uns angehen, unter uns in schöner Eintracht erledigt werden können und wo sich endlich einmal einer daran gewöhnt, daß ein anderer'eine andere Ansicht haben kann als er, und trotzdem ein anständiger Kerl ist. (Beifall.) Das ist bei uns mehr nötig als anderswv. Diesen Kongreß zu schaffen, gelingt kaum wegen der äußerlichen Schwierigkeiten. Wir Jugendlichen haben in intuitiver Vorahnung der Sache — (Dr. Apfel: Und wer hat es gesagt?) — Herr Br. Apfel, ich freue mich, eine derartige begeisternde Lobrede auf Br. Apfel halten zu können. Wir Jugendlichen haben 10 Jahre vorher das schon gefühlt und haben diese Plattform für uns geschaffen. Sie besteht und funktioniert. Das sind keine Sprüche. Ich bin der Vorsitzende eines Vereins, der 800 Mitglieder Mit. Diese 800 Mitglieder hat er in unglaublich kurzer Zeit bekommen. Ich habe den Beweis geliefert, daß auf dem Boden der Neutralität jüdisch-positiv gearbeitet werden kann und daß auf diesem Boden gearbeitet werden muß. Also diese 2 Punkte sprechen unbedingt für die Notwendigkeit der Neutralität. Erstens: Oon«enk»8 onmium, um mich philosophisch auszudrücken. (Zuruf Br. Apfels: Das ist nicht philosophisch, sondern lateinisch! Stürmische Heiterkeit.) Zweitens die Tatsache, daß die Erwachsenen unseren Nachkommen das erst schaffen wollen, was wir Jugendlichen jetzt im Begriff sind, wegen einer- Wortklauberei aufzugeben. Das ist tief betrübend. Und mein ganzes Wünschen und Sehnen geht darauf hinaus, dies zu vermeiden und den Verband auf dem Boden striktester Neutralität weiter zu erhalten. Er wird weiter dauern als Zionismus und Centralverein. Glauben Sie mir das. (Beifall.) Der Zionismus hat gegenwärtig eine Hochflut, die geht vorbei; der Centralverein ändert seine Richtlinien auch einmal, er hat sie schon dreimal geändert. Aber wir lassen uns nicht von rechts, nicht von links aus der Bahn bringen, es können Einflüsse von hoch und nied>jg kommen. Es gibt kein anderes Ziel, als die Sache, und die Sache wird siegen. Vorsitzender Br. Apfel: Ich stelle zunächst den Antrag, Herrn l>r. Kaufmann weiterreden zu lassen. Einverstanden? (Lebhafte Zustimmung.) , Br. Kaufmann (fortfahrend): Herr Br. Alexander hat gesagt, Euch die Neutralität sei ein Arbeitshindernis. Ich habe das Gegenteil erklärt. (Br. Alexander: Das habe ich nicht gesagt!) Wenn wir nicht mehr neutral sind, wird es zum Arbeitshindernis werden. Hier muß ich mich gegen Fräulein -Br. Berliner wenden. Die katbolische^Jugend kann nicht mit unserer verglichen werden, das 4»