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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1919-05-01 · 2 (5.1919) · p. Seite 123

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
10 (1919)
Issue
2 (5.1919)
Date
1919-05-01
Page
Seite 123 (sequence 99)
Language
German
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Meine verehrten Damen und Herren! Ich komme zum Schluß. Das Ergebnis des heutigen Tages und das, was heute geschehen ist, müßte jeden, der mit Liebe an dem Verband hängt, mit der tiefsten Trauer erfüllen und wenn nicht hier in dem Heft, das uns vorliegt, die wertvollen Leitsätze wären, die Herr Dr. Löffler seinem morgigen Referat zugrunde legt und die wirklich eine schöne positive Aufgabe erörtern, so hätte man tatsächlich an der Zukunft des Verbandes verzweifeln können. Aber wenn es möglich ist, daß wir morgen solche Dinge fördern hören, dann ist schließlich vielleicht doch kein Grund vorhanden, an der Zukunft des Verbandes zu verzweifeln. Und wenn Sie nun noch mit Liebe an dem Verband hängen und wenn Ihnen daran liegt, wirklich die gesamtjüdische Jugend zu gemeinsamer jiidischer Arbeit in Deutschlandzu sammeln, dann lassen Sie den Antrag Apfel erledigt sein und finden Sie sich wieder zu gemeinsamer positiver Arbeit in dem Sin^e.^in dem unser Verband gegründet worden ist. (Lebhafter Beifall.) Fräulein Dr. Cora Berliner: Meine Damen und Herren! Gestatten Sie mir zuerst eine persönliche Bitte. Hören Sie mich jetzt nicht an als die Ihnen denunzierte Chauvinistin oder deutsch-völkisch . Gesinnte, sondern, ich bitte Sie herzlich, hören Sie mich die kurzen 10 Minuten, die ich habe, als Ihre Geschäftsführerin an, die ich vox dem Kriege 3 Jahre die ^hre hatte, die gesamten Geschäfte des Derbandes zu führen und die ich ja auch im Krieg und nachher, soweit meine beruflichen Pflichten es mir möglich machten, fortgesetzt Anteil an unserer Arbeit genommen habe und von der Sie ja wohl schon aus diesem Grunde glauben werden, daß ihr der Verband so nahe anS Herz gewachsen ist, wie irgendeinem von Ihnen. Wir sind uns alle darüber einig, daß wir den 8 1 unserer Satzungen unverändert bestehen lassen wollen. Darüber brauchen wir nicht mehr zu sprechen. Wir sind uns zweitens, glaube ich, auch darüber einig, daß eine positive Formulierung unseres Programms unbedingt erforderlich ist. Ich kann mich da Wort für Wort den Ausführungen anschließen, die Herr Dr. Krombach gemacht hat. Ich will sie nicht wiederholen. Ich möchte nur das eine gleich sagen: Wenn gerade mir früher bei meinen Reisen durch unsere Vereine oft gesagt worden ist, wir hätten kein positives Programm, und wenn gerade Herr Dr. Ist Kahn auf einer Versammlung des Berliner Jugendbundes, die noch gar nicht lange zurückliegt, gesagt hat, unsere Neutralität sei kein positives Programm, so habe ich diese Auffassung immer be- - kämpft. Wir haben ein positives Programm, aber ich stehe mit Ihnen allen auf dem Standpunkte, daß, solange überhaupt von den Gegnern rechts unö links bezweifelt wird, daß wir ein positives Programm haben, dieses positive Programm unzweideutig festgelegt werden muß. (Sehr richtig!) -Dazu genügt unter gar keinen Umständen eine Resolution. Resolutionen sind vergänglich. Unser positives Programin muß, wenn es wirklich ein Fortschritt gegen früher bedeuten soll, in unserer Satzung verankert sein. Ich glaube, auch darüber sind wir uns einig. (Widerspruch.) Gut, dann sind wir uns nicht darüber einig. Aber ich glaube, daß eine sehr große Ma-

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