Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 10 (1919)
- Issue
- 2 (5.1919)
- Date
- 1919-05-01
- Page
- Seite 116 (sequence 92)
- Language
- German
- Belongs to
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116 Laß man sagt: aha, jetzt mit Rücksicht aus eine bestimmte politisckx! Situation andern diese Herrschaften erst ihre Statuten. Wir wollen in der Resolution zum Ausdruck bringen: wir haben eine Statuten- Linderung nicht nötig, es ist lediglich eine Interpretation dessen, wozu wir Verbandsvereine schon jetzt die Möglichkeit haben. Wenn in der Begründung heute vormittag gesagt wurde: ja, den Mitgliedern von Verbandsvereinen, die sich vaterländisch betätigen wollen, könnte Las Wort „Neutralität" entgegengehalten werden, so sage ich: das stimmt nicht, denn nach dem § 14 der Verbandsstatuten darf nichts geschehen, was gegen das jüdische Religionsgesetz verstößt. Es gilt aber das Prophetenwort, seitdem wir eine Diaspora haben, daß wir uns tätig an dem Wohle desjenigen Staates zu beteiligen haben, in dessen Mitte uns Gottes Wille verschlagen hat. Wir brauchen also eine Statutenänderung nicht. Ich bitte Sie also, unsere Resolution anzunehmen, die alles enthält, was an maßgebenden Punkten hier positiv zu sagen ist. Die Rentabilität wird betont. Es wird betont, daß wir mehr als bisher einen Sammelpunkt für alle Richtungen bilden wollen, die das ernste Streben haben für ein. bewußtes und positives Judentum, wie immer sonst die religiösen und politischen Auffassungen sein mögen. Von diesem Gesichtspunkte aus, daß uns die Religion über alles geht, sprechen wir es aus — das ist schon eine religiöse Forderung —, daß wir das Wohl unseres Heimatlandes erstreben müssen, und ziehen die Folgerung, die Sie schon durch die Resolution gezogen haben, daß wir an dem Aufbau Deutschlands Mitarbeiten. Wir bitten dann die Resolution aber zu ergänzen durch einen meines Erachtens hierher, nicht nur zur Bekämpfung des Antisemitismus, gehörigen weiteren Passus, nämlich daß diese Betätigung namentlich in politischer Hinsicht nicht zu einem Vordrängen führen darf. Auch unsere Religion gebietet uns, in dieser Hinsicht taktvoll zu sein. Wenn Sie aber vorziehen, einen Paragraphen 2 hineinzufügen, so bestellen Sie meines Erachtens eine Redaktionskommission, wie am Vormittag auch schon vorgeschlagen worden ist, denn da liegen eine ganze Reihe von Anträgen vor, die einander kreuzen, und wir müssen da die beste Fassung finden. Es handelt sich dann bloß um die Fassung der Anträge. (Vorsitzender: Ihre Zeit ist erheblich überschritten!) — Ich bin am Schlußsatz. Ich möchte nur noch bemerken, daß in dem 8 2 zwar von einer Wanderorganisation gesprochen worden ist, daß aber dasselbe Gewicht doch auch zu legen ist auf Sport- und Turnvereine. Das müßte natürlich dann von der Redaktionskommission eingearbeitet werden. (Beifall.) I>r. Kurt Alexander: Meine Damen und Herren! Es ist heute morgen mehrmals in der Diskussion erwähnt worden, der Jugendverband lasse sich bei der Erörterung dieser Frage allzusehr von politischen Erwägungen leiten. Das wurde von den Bekämpfern des Apfelschen Antrages ausgefllhrt. Mir scheiüt, daß gerade die Leute, die sich gegen diesen Antrag wenden, sich allzusehr von politischen Erwägungen leiten lassen. (Sehr richtig!) Wir dürfen doch niemals vergessen, daß wir eine Jugendorganisation find und daß