Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 10 (1919)
- Issue
- 2 (5.1919)
- Date
- 1919-05-01
- Page
- Seite 111 (sequence 87)
- Language
- German
- Belongs to
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111 Vorsitzender Dr. Apfel: Zwei Redner zur Sache hätten wir inzwischen schon hören können! Dr. Dessauer-Stuttgart: Ich möchte das betonen, was der Herr Vorredner gSstrgt hat. Ich vermisse auch, daß bisher noch keine süddeutschen Redner zu Worte gekommen find (sehr richtig!) und möchte beanttagen, daß dem Anträge Königsberger stattgegeben wird, aber mit der Maßgabe, daß unter diesen drei Herren für und wider auch ein Süddeutscher vorhanden ist. (Widerspruch.) Sie müssen das eine bedenken,..es besteht in Süddeutschland bekanntermaßen eine große Strömung, die meint, daß wir von Berlin aus regiert werden. Deshalb würde ich wünschen, um die süddeutschen Gemüter in dieser Beziehung zu beruhigen, daßsiein Herr aus Süddeutschland zu Worte kommt. Vorsitzender Dr. Apfel: Stellen Sie sich doch einmal die praktische Konsequenz vor! Wenn Sie den Antrag Königsberger annehmen, gut, dann werden drei dafür und drei dagegen reden. Aber es ist keinem unbenommen, zu all den anderen zahlreichen Anträgen weiter zu reden. (Zuruf: Nein, soll auch geschehen!) Horwitz-Nürnberg (zur Geschäftsordnung): Ich hatte den Antrag eingebracht» die Redezeit auf 6 Minuten zu beschränken. (Bravo!) Rcichmann-Kattowitz (zur Geschäftsordnung): Meine Damen und Herren! Ich mache einen Vermittlungsvorschlag. Ich bitte alle diejenigen Redner, die sich zum Worte gemeldet haben und im wesentlichen das sagen wollen, was die Vorredner gesagt haben — ich würde» z. B. im großen und ganzen auch das ausgeführt haben, was Herr Dr. Krombach gesagt hat, mit ganz kurzen Ergänzungen —, Ihre, Wortmeldungen zurückzuziehen. Das ist ein Ausweg. Ich fange damit an, ich ziehe meine Wortmeldung zurück. (Bravo!) Dr. Königsberger: Ich glaube, daß all die vorliegenden Anträge sich nur damit befassen, den 8 2 in dieser oder jener Form zu formulieren. Deswegen ist aber auch nicht nötig, wie der Herr Vorsitzende Meint, daß, nachdem sechs Redner gesprochen haben, eine Ab-— siimmung erfolgt. Wie ich sehe, wird für uns freundlichst für Tee und Gebäck gesorgt. Es könnte dann eine halbe Stunde Pause eintreten, wo die Möglichkeit besteht, irgendeine Formulierung zu finden für das, was die Versammlung will. ~~ Vorsitzender Dr. Apfel: Lassen Sie doch zunächst einmal, sechs iveiterc Redner sprechen. Dann wollen wir einmal sehen, wie wir gesinnt sind. (Lebhafter Beifall.) Rechtsanwalt. Pasch-Berlin: Meine Damen und Herren! Sie können in der gegenwärtigen Lage der Beratung, wohl von keinem Redner viel Neues zu dem zur Debatte stehenden Thema noch verlangen. Wenn ich nicht der sehr beherzigenswerten Mahnung ge» tolgt bin, auf das Wort zu verzichten, so geschah dies, um vielleicht noch einen kleinen Ueberblick über die einander zum Teil sich kreuzenden Einzelanträge zu geben, und dann, weil ich glaube, daß die Verbandsvereinsvertreter auch ein gewisses moralisches Anrecht haben, zu erfahren, wie einer der größten Verbandsvereine, nämlich der Berliner Jüdische Jugendbund, sich zu diesen Anträgen stellt. Ich will