Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 10 (1919)
- Issue
- 2 (5.1919)
- Date
- 1919-05-01
- Page
- Seite 91 (sequence 67)
- Language
- German
- Belongs to
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91 Vorsitzender T)r. Apfel (unterbrechend): Das gehört aber schon zur Sache. Ich darf Ihnen jetzt nur eine Bemerkung zu Ihrem geschäftsordnungsmäßigen Anträge gestatten. Lehrer Steinhardt: Nun, meine Damen und Herren, dann will ich sagen, wir sind uns im Prinzip wohl, glaube ich, in dieser Versammlung einig, die Neutralität zu wahren, sind uns aber aäch darin einig, daß eine Ablehnung des Antrages Dr. Apfel ohne weiteres nach außen hin eine gefährliche Waffe in den Händen der Judengegner werden kann.' Umgekehrt kann aber auch die Annahme des Antrages Apfel zu den schwersten Komplikationen im Verbände füh- ' reu. Und darum bin ich dafür, daß in einer engeren vertraulichen Aussprache, in der die divergierenden Ansichten zu Worte kommen sollen, ein Weg gefunden werden möge, in' der diese Gegensätze zu Überdrücken sind. Sie vergeben sich ja damit nichts, wenn Sie diesem Anträge Folge geben. Machen Sie doch einmal den Versuch, ob nicht in der Mittagspause von einer kleinen Kommission ein Mittel und Weg gefunden werden kann, um diese Gegensätze zu Überdrücken. Vorsitzender Dr. Apfel: Ich darf darauf aufmerksam machen, daß garnichts iin Wege steht, wenn 7 .Herren eine Einigung versuchen wollen. Dr. Löffler-Frankfurt a. M. (zur Geschäftsordnung): Meine Damen upd Herren! Herr Steinhardt hat meinem Empfinden nach durch seine Begründung seinem Anträge geschadet, obwohl ich den Antrag als solchen als ganz glücklich empfinde. Ich möchte ihn befürworten, aber nicht mit der Begründung des Herrn Steinhardt, sondern entgegen seiner Begründung, und zwar in dem Sinne: es liegt eine Reihe von Anträgen vor, die im Prinzip das gleiche wollen, die teilweise nur mit etwas anderem durchsetzt sind. Wie soll man sich nun bei diesen Anträgen auskennen? Ich denke mir, die Kommission soll folgende Aufgabe haben: sie soll wohl eingesetzt werden. soll aber nicht zu einem Bericht an die Versammlung gelangen, sondern sie soll alle'die Anträge, die gleicher Richtung lausen und sich nur durch einige Worte unterscheiden, zusammenstellen undzum Schluß lwei oder drei prinzipielle unterschiedliche Anträge hervorkehren, Ihnen vortragen. Dann wird der Versammlung leichter "ein Ueberblick möglich sein. In diesem Sinne bitte ich, die Kommission einzusetzen mit der Maßgabe, alle in ähnlicher oder gleicher Richtung gehenden Anträge zu sichten, zusammenzustellen und damit ein rascheres .chlstandekomnien bei der Abstimmung herbeizuführen. Vorsitzender Dr. Apfel: Ich möchte erklären, daß ich persönlich einen vollkommenen Ueberblick über die Anträge habe.'- Dr. Köni gsberger-Rkü b lheim-Ruhr (zur Geschäftsordnung): Mein Vorschlag deckt sich mit dem Löfflerschen. Nach seiner Begrün-" düng will ich hierzu nichts weiter sagen. Rechtsanwalt Pasch-Berlin (zur Geschäftsordnung): Ich stell« zur Geschäftsordnung den Antrag, das Bureau zu beauftragen, die bisher vorliegenden Anträge schleunigst zu vervielfältigen. Gerade einige der wichtigsten Anträge, wie z. B. der Antrag Kaufmann und der 4»