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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1919-05-01 · 2 (5.1919) · p. Seite 76

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
10 (1919)
Issue
2 (5.1919)
Date
1919-05-01
Page
Seite 76 (sequence 52)
Language
German
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76 Ligung gegeben und geschlagen zu sein scheint. Und ich hege zu den verehrten Delegierten und zu den Verbandsvereinen das Vertrauen, daß es gelingen wird, ohne Gefährdung der Existenz des Verbandes und ohne Preisgabe des Neutralitätsprinzips ünd seiner bisherigen Arbeitsmethoden über die kritische Fragestellung hinwegzukommen, die heute hier zur Debatte steht. Denn, meines Damen und Herren, wirklich kritisch ist hierbei jetzt nur noch die! formale und nicht eigentlich die materielle Fragestellung. Ich verstehe sie nach den Ausführungen des Herrn Verbandsvorsitzenden Dr. Apfel nunmehr wie folgt: Deutschland liegt besiegt politisch und wirtschaftlich zusammengebrochen am Boden. (Rufe: Und moralisch!)! In dieser Not des Vaterlandes will die in unseren neutralen Vereinen zufammengeschlossene jüdische Jugend ihre Vaterlandsliebe bekunden. Hierzu bedarf es auch nach Ansicht der Großloge keiner Aenderung des Verbandsstatuts (sehr richtig!), insbesondere seiner Aenderung seines Neutralitätsprinzips. (Sehr richtig I) Das Moralische versteht sich von selbst (Beifall) und der Patriotismus versteht sich von selbst. (Beifall.) Er versteht sich innerhalb des Verbandes der jüdischen Jugendvereine umsomehr von selbst, als er bereits bei der Begründung des Verbaudes grundlegend in aller Form festgelegt wurde/ . Das steht dokumentarisch fest. Die beschränkte Redezeit macht es mir nicht möglich, Ihnen die einzelnen Stellen ausführlich zu zitieren. Halten Sie aber nun in der jetzigen Zeit auch mit dem Blick auf die bewußt-politische nationale jüdische Propaganda es für angezeigt, den Patriotismus, die vaterländische Gesinnung, die von vornherein — ich wiederhole das, — zu den fundamentalen Grundsätzen des Verbandes gehört, in einer Resolution zu betonen, so braucht dies zu Siner statutarischen Aenderung zu führen (sehr richtig I) und darf r allen Dingen zu keiner Kampfansage an den Zionismus führen. (Bravo! und sehr richtig!) Jede weitere, die Jugend trennende und aussondernde Polemik mit dem Zionismus ist nach meiner Auffassung gar nicht Sache des Verbandes neutraler jüdischer Jugendvereine. (Sehr richtig!) In diesem , einen Punkte kann sich der Jugendverband nicht restlos und uneingeschränkt den Zentralverein deutscher Staatsbürger! jüdischen Glaubens zum Vorbilde nehmen (sehr richtig! und Bxavol), so sehr wir alle sonst auf seinem Standpunkte stehen; denn der Zentralverein ist ein ausgesprochener politischer Kampfverein, und er muß es sein. Weit eher empfehlen wir Ihnen, sich an das Vorbild unserer Logen zu halten, die nach wie vor Vereinigungen jüdischer Männer der verschiedensten Ueberzeugungen und Anschauungen sind und bleiben wollen. (Rufe: Patriotismus!) Der Patriotismus ist, wie ich das ausgesührt habe, so sehr selbstverständlich (Zuruf: Steht aber darin.), daß er nicht in unseren Satzungen enthalten ist (Rufe: Aha!), sonbern — ich darf es, glaube ich. verraten — in unseren Ritualien festgelegt ist (Hört, hört!), in den Ritualien, die wir an jedem Sitzungsabend zu verlesen pflegen. (Rufe: Also noch Wiel mehs!) Meine Damen und Herren, ich sagte ja. daß ich in dem Kompromißantrage des Herrn Dr, Apfel, die selbstverständliche vaterländische Gesinnung

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