Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 10 (1919)
- Issue
- 2 (5.1919)
- Date
- 1919-05-01
- Page
- Seite 70 (sequence 46)
- Language
- German
- Belongs to
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70 ) war oder nicht. Das hat Herr Dr. Apfel nicht mit der chm! sonst eigenen Klarheit hier zum Ausdruck gebracht. (Sehr richtig I) Und ich mutz deshalb in meiner Eigenschaft als Mitglied des Verbands- Vorstandes erklären, daß dieser Paragraph in der vorliegenden Form ebenfalls ein ^ein persönlicher Antrag des Herrn Dr. Apfel nt. (Hört, hört! — Rufe: Aha!) Vorsitzender Dr. Apfel: Darf ich unterbrechen und ausdrücklich bestätigen, daß ich gar keinen Zweifel daran lasse, daß dem so ist." Felix Meyer-Frankfurt (fortfahrend): Meine Damen und Herren! Aus meinen bisherigen Worten werden Sie ersehen haben, daß ich diesem vorgeschlagenen 8 2 ebenfalls meine Zustimmung nicht geben kann. (Bravo!) Es ist ja wohl eine AbsOvächung des ersten Antrages, und ich Lanke unserem Freunde Dr. Apfel aufrichtig, daß er die schweren Bedenken, die ich auch im Namen meiner mir in dieser Frage nahestehende« Vorstandskollegen zum Ausdruck bringen durste, Laß er diese Bedenken insofern berücksichtigt hat, als er dem Anträge eine gewisse Schärfe der Präzisierung wohl genommen hat. Aber, nachdem er heute erklärt hat, daß der bisherige 8 1 in seiner bisherigen Form bestehen bleiben solle, hätte ich gewünscht, daß er dann den 8 2, wie er ihn jetzt vorgeschlagen hat, ganz weggelassen hätte^ Tann hätten wir heute eine einmütige Kundgebung unserer Delegiertentagung gehabt. (Sehr richtig!) Ich begrüße es außerordentlich, daß die Telegiertenversammlung das Interesse der jüdischentzugend an dem Aufbau Deutschlands einstimmig und ohne Debatte bekundet hat (sehr richtig!), und ich unterschreibe jedes Wort, das Herr Dr. Apfel hier bezüglich der. Not des Vaterlandes und unserer Pflichten gesagt hat. Er hat mit warmem Herzen geiprochen, und ich betone nochmals, jedes Wort war mir aus der Seele gesprochen. Aber, meine Damen und Herren,: aus einer Stimmung heraus darf man keine Satzungsänderung machen. (Sehr richtig!) lind etwas Gefühlsmäßiges war es. was Herrn Dr. Apfel sowohl zu dem ersten Antrag, wie zu dem heutigen zweiten Antrag verleitet hat. Ich will auf weitere Ausführungen verzichten, weil ich annehme, daß noch nach mir verschiedene Diskussionsredner Einzelheiten.- weshalb wir diesen Antrag nicht annehmen dürfen, Vorbringen werden, tzch selbst habe die Ehre, 10 Jahre dem Verbandsvorstande seit seiner Gründung cmzugehören. Unter schweren Kämpfen wurde vor 10 Jah- < ren die Neutralität unseres Verbandes erstritten, unter schweren Kämpfen wurde der Verband ins Leben gerufen, und er hat sich bemüht, bis jetzt die Neutralität aufrechtzuerhalten. Und ich kann es mir nicht versagen, zu betonen, daß es mir wehe getan hat, in dieser so außerordentlich schwerwiegenden Frage, die die Existenz des Verbandes bedroht, von meinem Freunde Apfel derartig abweichen zu müssen. Die Stimmung in Süddeutschland über diesen Antrag wird Ihnen zweifellos von den süddeutschen Vereinsvertretern selbst dargelegt werden. Ich kann Ihnen nur das eine sagen: Ueberlegen Sie genau die Tragweite, falls es zur Abstimmung über den Antrag kommt. Ich empfehle Ihnen die Ablehnung des 8 2, wenigstens in seiner jetzigen Form. Ich bin gern bereit, die Festlegung der positiven Ziele, die