Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 10 (1919)
- Issue
- 2 (5.1919)
- Date
- 1919-05-01
- Page
- Seite 68 (sequence 44)
- Language
- German
- Belongs to
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I 68 Herr Rechtsanwalt Pasch-Berlin hat dann beantragt, daß dic Telegiertenversammlung in Einzelfällen auf Anregung befragt werden könne,, ob eine weitere Redezeit zugebilligt wird. Wir stimmen nunmehr über diesen Antrag ab. Wer für diesen Antrag des Rechtsanwalts Pasch-Berlin ist, den bitte ich die Hand zu erheben. (Geschieht.) Ich bitte um dic Gegenprobe. (Geschieht.) Wir müssen nochmals abstimmen. (Zurufe: Er ist angenommen!) Es wird mir von der Stimmzählungskommission zugerufen, die Sache sei zweifelhaft. In solchen Fällen Muß noch einmal abgestimmt werden. Wer für den Antrag Pasch-Berlin ist, den'bitte ich die Hand zu erheben. (Geschieht.) Ich bitte um die Gegenprobe. (Geschieht.) Es besteht jetzt bei der Stimmcnzählungskommission kein Zweifel mehr; der Antrag ist angenommen. Theodor Hcilbronner - Halle (zur Geschäftsordnung): Ich habe beobachtet, daß während der Rede des Verbandsvorsitzenden bereits eine große Anzahl Wortmeldungen eingelaufen sind. Es wird viele Delegierte gebep, die auch reden wollen, aber 'aus Gründen der Disziplin, um den Vortrag des Di-, Apfel nicht zu stören, davon abgesehen haben, sich Nährend der Rede des Verbandsvorsitzenden zum Wort zu melden. Ich bitte deshalb, daß Wortmeldungen erst jetzt angenonnncn werden. Persönlich möchte ich, betonen, daß ich nicht pro clomo rede, da ich mich nicht zum Wort gemeldet habe. Vorsitzender Dr. Apfel: Ich werde mich dafür einsetzen, daß sämtliche Delegierte zum Worte kommen. Nach dem 10-Minutenbeschluß habe ich gar keinen Zweifel daran. Wenn wir die Sache .machen, wie es Herr Hcilbronner will, dann würde alles hierher rennen und wir würden auch nicht weiter kommen. Ich bitte Herrn Heilbronncr, den Vorschlag vorläufig zurückzustellen. (Herr Heilbronner: Ich ziehe meinen Vorschlag zurück!) Dtto Lehmann-Hannover (zur Geschäftsordnung): Meine Damen und Herren! Ich möchte doch Vorschlägen, daß wir die. Gebiete die jetzt, zur Diskussion gestellt werden, „Neutralität, Kongreßsrage und Palästina" nicht in eins behandeln, sondern daß wir dies: Gebiete teilen. (Sehr richtig!) Es gibt sonst ein heilloses Durcheinander. Wir müssen eine Reihenfolge, die Wahrscheinlich durch die Wichtigkeit der Tinge gegeben wird, festsetzen. Vielleicht Neutralität, Palästinafrage, Kongreßfrage, und in dieser Reihenfolge die Debatte führen. Sonst glaube ich, kommen wir auch morgen, lvcnn wir den Montag noch hinzunchmen, nicht zu einem greifbaren Resultat. Vorsitzender Dr. Apfel: Der Antrag ist sympathisch, seine Annahme würde aber einen heillosen Wirrwarr Hervorrufen. (Sehr richtig!). Ich habe auf Grund des Vorstandsbeschlusses alle drei Fragen behandelt und cs muß den Rednern dies auch möglich sein, denn über gelvisse Tinge sind wir gar nicht uneins. Sollte sich Herausstellen, daß über Palästina und Kongreß erhebliche Meinungsverschiedenheiten herrschen, dann könnten wir ja den Antrag des Herrn Lehmann aufgrcifen und diese Materien einmal aus der De-