Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 10 (1919)
- Issue
- 2 (5.1919)
- Date
- 1919-05-01
- Page
- Seite 51 (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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— öl1 — Sil,merz unserer Väter, unserer Mütter erzählen, die ihr. Bestes, ihre Kinder, hingegeben für unser Vaterland; dann wollen wir von ihrem heiligen Heldentum reden, von ihrem Bluten draußen für die Ebtc des deutschen Namens, für die Zukunft des deutschen Lebens, hie die Schamröte über das Antlitz der Lästerer flammt. „Teine Toten leben!" Nicht als Tote grüßen sie uns in dieser Stunde, nein, als-Lebende. Es ist, als ob sie -zu uns sprächen: Glaubt an Euch, glaubt an Euer Vaterland, glaubt an das Werk Eures Bundes und cm seinen Sieg! Glaubt an das Große, laßt von kleinen Geistern, was groß in Euch, nicht mindern und nicht meistern! „Teine Toten leben!" Als Raffael starb, da war die Konstanrinsschlacht, vielleicht sein machtvollstes Werk, unvollendet geblieben. Aber die Schüler weinten nicht nur an der Bahre des Meisters. So gut sie es konnten, vollendeten sie das, was der. Meister in heiligen Stunden . gedacht, was er in großen Tagen geplant. Als Mozart aus dem Leben ging, da war eine seiner tiefsten Schöpfungen, das Requiem, Bruchstück, geblieben. Seine Schüler aber klagten nicht m;r um den Tod des Meisters, sondern sie vollendeten sein Werk in seinem Äeiste, so gut sie es konnten. Ahnt Ihr, meine Freunde, den tieferen heiligen Sinn dieser Stunde? Wir und die Erben unsere,' Toten. Das Lied, das sie gesungen, soll nicht spurlos im Winde verklingen; das Werk, an dem sie gebaut, soll nicht. nnnlos zerfallen. Das, was sie gewollt, ivas sie gewirkt, das wollen wir als ein heiliges Vermächtnis ehren, und dafür sorgen, daß es vollendet werde zur Ehre der Toten, zum Heile der Ueberlebenden, «um Segen der kommenden Geschlechter, Treue geloben wir den Treuen, Treue um Treue! , Friede mit Euch, die Ihr ruht im Feindesland unv in der Heimat! Tie Ihr starbet für uns, nimmer vergessen wir Euch. Weinend, umkränzt unsre Liebe mit Lorbeer Euere Gräber, Betend, daß aus Eurem Blut reife die friedliche Saot! — * l*