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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1919-05-01 · 2 (5.1919) · p. Seite 45

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
10 (1919)
Issue
2 (5.1919)
Date
1919-05-01
Page
Seite 45 (sequence 21)
Language
German
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45 innerhalb des Judentums zu Worte kommen lassen. Besonders erwähnt seien von den wöchentlich stattfindenden Vorträgen der Eröffnungsabenv, 2ö. Januar d. I.. an welchem Vertreter der großen politischen Parteien. über deren Stellungnahme zur jüdischen Frage referierten, ferner ein Vortrag über die jüdische Kongreßfrage, sowie ein gemeinschaftlich mit den . übrigen hiesigen jüdischen Organisationen veranstalteter Vortrag des Geh. Lberrcgierungsrats vr. Mayer. Karlsruhe, über „Das Judentum als Volk und Religionsgemeinschaft". Ncbbn den Vorträgen finden regelmäßig gesellige Abende. Heimabende und musikalische und literarische Veranstaltungen statt. Shuch die für männliche und weibliche Vcreinsmitgliedcr eingerichteten Turnkurse erfreuen sich eines rege,, Zuspruchs. Tie Errichtung einer Wandergruppe steht unmittelbar bevor. T^s vor einigen Monaten von der hiesigen Gemeindeverwaltung genicinschaftlich mit dem Wohlfahrtsbund in Karlsruhe errichtete Jugendheim ist vor kurzem von der jüdischen Gemeinde unserem Verein übergebet, wör. " den. Damit ist es dem Verein gelungen, ein eigenes Vereinslokal, in dem sich auch eine kleine Bibliothek befindet und in dem eine große Anzahl guter Zeitungen und Zeitschriften ständig aufliegen, seinen Mitgliedern zur Verfügung stellen zu können. Mit den benachbarten Jugendvercinen stehen wir in ständiger Verbindung. Die überaus rege Teilnahme aller Kreise der hiesigen jüdischen Bevölkerung an den Vereinsveranstaltungen berechtigen zu der Hoffnung, daß unser Verein auch fernerhin eine gedeihliche Entwicklung erwarten darf. Wiesbaden. Schon anfangs November des vergangenen Jahres machten wir uns an den Neuaufbau unseres Vereines. Zwar hatten wir während tes Krieges im engen Rahmen gearbeitet und auch größere Versammlungen veranstaltet. Be, Kriegsausbruch schon waren wir mit -er Gründung unseres Heimes beschäftigt, für das uns von unseren Gönnern alle Mittel zur Verfügung gestellt waren. Aber die Aufgaben des Krieges erforderten eine Zurückstellung unserer so berechtigten Wünsche, und so mußten wir mit schwdrcm Herzen damals verzichten. Die neue Zeit aber erforderte neue Arbeitsmethoden Zunächst galt eS, im engen Rahmen unsere Kräfte wieder zu sammeln und diealten Grundsätze mit allen unseren Mitgliedern genau zu besprechen, das angesanrmelte Mißtrauen zu zerstreuen und neue Interessenten hcranzuziehen. Vor allen Dingen waren wir uns einig, daß wir hier nur auf itrcng neutralem Boden ersprießlich zu arbeiten vermögen. Nur so war eS uns möglich, unsere zionistischen Freunde als tätige Mitarbeiter bei der Fahne zu behalten. Endlich konnten wir uns an die Oeffentlichkeit wagen and luden zum 29. Januar zu einer Versammlung ein, in welcher wir zwei Referenten über unsere Ziele sprechen ließen. Herr Rabbiner vr. LazaruS sprach in begeisternder Weise vom Standpunkte des deutschen Religionsjuden, während der zionistische Standpunkt von Herrn Rechtsanwalt vr. Landsberg in ausführlicher Weise dargelegt wurde. Beide Rcidner, begeisterte Anhänger unserer neutralen Jugendvereinsarbeit, wußten die überaus zahlreich erschienenen Teilnehmer zu überzeugen, daß unsere Vereinstätigkeit nicht nur nützlich, sondern unbedingt notwendig sei. Die anschließenden DiskussionSrsdner waren fast sämtlich dieser Ansicht, und so erließen wir sofort einen Aufruf zur Zeichnung freiwilliger Beiträge für das geplante Jugendheim, und - zum Beitritt in unsere Reihen. Der glänzende Erfolg dieses Ausschreibens

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