Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 10 (1919)
- Issue
- 1 (3.1919)
- Date
- 1919-03-01
- Page
- Seite 14 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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14 Israelitische erzieljungs=flnftalt Füllern. Nach 4k4jährigem Bestehen ist jetzt das Reserve-Lazarett im Mädchen heimder .Israelitischen Erziehungs-Anstalt Ahlem", das Tausenden von Soldaten als Genesungsstätte gedient hat. aufgehoben worden. Damit ist dem Institut die Möglichkeit gegeben, seine Arbeit im alten Umfange wieder aufzunehmen. Dem auherordentlichen Interesse folgend, das der jüdischen Dcrufsumschichtung zugunsten der Bodenkultur und des Handwerks entgegen ■ gebracht wird, soll .Ahlem" von Grund auf neuorganisiert und ausgebaui -Verden. So werden in Zukunft auch junge Mädchen, die neben guter Schulbildung körperliche Eignung und Liebe zum Beruf besitzen, als Gäri ncrinncn ausgebildct. Nachdem ein ehemaliger Schüler der Anstalt, der die Gartenbau-Hochschule absolviert hat, die Leitung des gärlnerischcil Betrieben übernviniiien hat, ruht die gesamte Ausbildung in jüdischen Händen. Durch Vergrößerung des Bodenarcals wird die Möglichkeit geboten, neben dem gärtnerischen auch den landivirtschaftlichen Betrieb kennen zu lernen. Die Anstalt umfaßt nach vollendeter Neuorganisation folgende Abteilungen: 1/Landheimschule'für Schulpflichtige mit Ausbildung in Handfertig, keit und Schulgartenbau; 2. Gartcnbauschule für männliche und weibliche Lehrlinge, e-nschl. des Unterrichts in Bienenzucht. Kleintierzucht Milchwirtschaft, Lbstvcrivcrtung; H. handwerkliche Lehrwert hätten; 4. allgemeine und fachliche Fortbildungsschulen ö. Haushaltungsschule mit Ausbildung im HauSgarten. in Geflüg-t und Kleintierzucht, Kinderpflege. Die geplanten großen Neubauten werden es gestatten, dem Gemeinschaftsleben der Lernen-Len alles .Anstaltsmäßige" z» nehmen und die modernen pädagogischen Forderungen (Gruppenbildung usw.) zu erfüllen. Anfragen sind ausschließlich zu richten an: Direkte, 3. Silberberg. Ahlem. Post Hannover-Linden 2. Aus unseren Vereinen. Bochum. Der Laubheim-Verein konnte sich auch im vergangenen Jahreiner regen Tätigkeit erfreuen. Es fanden 10 Vortragsabende statt, an >enen folgende Themen behandelt wurden: Referat über die .De nt würdigkeitcn der Glücket'von Hameln" (Herr Rabbiner vr. David, Bochums, .Heinrich G r a e tz, der Geschichtsschreiber de- Judentums" (Herr Rabbiner vr. David. Bochum), .Vom Ghetto und den Ghcttodichtcrn Kom'pert u n d B ernst ein" (Herr Lehrer O st e r m a n n , Bochum), „W as lehrt uns schon h,eute der Weltkrieg?" (Herr Moritz Hühnlein. Bochum), Referat über Goethes .Iphigenie" (Frl. Hilde Meyer. Bochum), .Moderne Strömungen im Judentum" (Herr Red. Fabius Schach Berlin), .Die P e s s a ch h a g a d a" (Herr Rabbiner vr. David, Bochum). .Die deutschen Juden im Weltkriege" (Herr Lehrer Nuß ■' bäum, Eastrop), „Einiges aus Nietzsches Leben, und Lehre" 'Herr Rabbiner vr. D a v i d.^Bochum). Eine Chanukka-, eine Purim- und eine Freitagabendfeier wurden ferner veranstaltet. Sozial betätigten sich einige unserer Mitglieder im Kinderhort und der Volksküche, ferner aus einer in Bochum veranstalteten Wandcr - Ausüellung .Durchhalten". — Während des Sommers fand eine Wanderung ms Ruhrtal statt; von weiteren Ausflügen wurde im öffentlichen Interesse wegen der VerkehrSverbältnisse abgesehen.