Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 9 (1918)
- Issue
- 1 (28.2.1918)
- Date
- 1918-02-28
- Page
- Seite 26 (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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Wir beabsichtigen, beim Eintritt normaler Zeiten einen Generalbericht iiber unsere Gesamttätigkeit während der Kriegszeit abzusassen.! Wenn wir zu Ansang sagten, daß das Geschäftsjahr allen denen, hie sich daran beteiligten, ein überaus reiches Arbeitsfeld brachte, so dürfen wir -um Schluß mit Genugtuung feststellen, daß wir mit dem Verlauf der Arbeit zufrieden sein können, unid eS als eine Ehrenpflicht betrachten, all deü ein» zelnen Damen und Herren, die uns zur Durchführung unseres Programm«» unterstützten. auch an dieser Stelle un>eren herzlichsten Dank auszuspsechen. Wir hoffen', daß uns ein oald eintretender Friede Gelegenheit gibt, ünsere Arbeit in noch weiterem Maße durchzuführen. Görlitz. Am Sonnabend. 3. November 1917, leitete der hiesige Jugendverein mit einem wohlgelungencn Unterhaltungsabend vor zahlreich erschienenem Publikum aus allen Kreisen der Gemeinde seine Tätigkeit für das Winterhalbjahr 1917/18 ein. Dieser Abend wurde ein Wendepunkt in der Geschichte unseres Vereins. Während bisher nur Herren Aufnahme in unserem Verein fanden, wurde jetzt der Aufruf an unsere jüdische weibliche Jugend gerichtet, mitzuarbeiten an den Bestrebungen unseres Vereins, welcher der gesamten Jugend ein Betätigungsfeld bieten soll. In einem Vortrage «Wie betätigen wir uns im Winterhalbjahr 1917/18" setzte Herr Julius Herbst die Ziele des Vereins auseinander und entwickelte ein umfangreiches Programm, welches in diesem Jahre seine Erledigung sinden soll. Auch die weibliche Jugend soll nun nicht mehr beiseite stehen im Kampfe um die Ideale unseres Judentums und vor allLm Mitarbeiten an den Aufgaben, welche der Krieg unmittelbar an uns gestellt hat. Wie überall im öffentlichen Leben, so sollen sie auch in unserem Verein Lücken ausfüllen, ja augenblicklich die Hauptarbeit leisten. So muß der Verkehr mit den Mitgliedern,unseres> Vereins und der Gemeinde draußen im Felde weiterhin lebhaft bleiben und unsere Feldpoststelle ausgebaut werden. Die bereits ins Leben gerstfene Bücherei soll bereichert werden und noch mehr den Hunger nach guter Lektüre befriedigen. Auch unsere Verbandsmitteilungen sollen unter Beifügung von örtlichen Berichten wieder an unsere Freunde gesandt werden. So bietet sich auch unserer weiblichen Jugend ein großes Betätigungsfeld für unsere jühische Jugend draußen im Felde, aber auch hier in der Heimat. Nicht umsonst war der Ruf an unsere weibliche Jugend ergangen, und das Ergebnis dieses Abends war ein überaus zufriedenstellendes. Fünfzehn sunge Mädchen und vier Herren traten unserem Verein bei und es steht z» erwarten, daß ihnen noch weitere folgen werden. So war der Abend ein großer Erfolg für unsere Bestrebungen und ein Zeichen der Anerkennung der von uns bisher geleisteten Arbeit. Aber auch das Hauptziel all unserer Bestrebungen: die Erziehung unserer Jugend zu aufrichtigen und freudigen Juden wollen wir in diesem Winter nicht außer acht lassen und uns recht oft zu praktischer Arbeit zusammenfinden. Nicht oberflächliche Kenntnisse von der jüdischen Geschichte und Literatur, sowie von der hebräischen Sprache, welche man in einzelnen zusammenhanglosen Vorträgen sammelt, wollen wir unseren Mitgliedern und Freusideo bieten, sondern durch systematisches Vorgehen die Kenntnisse der jüdische» Wissenschaften vermitteln. Hierzu ist der Verein in Görlitz umsomehrverpflichtet. als in dieser Stadt keinLiteraturvercin besteht und der Juzendvörein sich eine mitführende Rolle innerhalb der Gemeinde gesichert hat, an dessn Vorträgen und Kursen die ganze Gemeinde das lebhafteste Interesse hat und überaus zahlreich erscheint. So werden wir in jedem Semester einen äan,» bestimmten Teft unterer Geschichte, riber diesen gründlich bearbeiten, und io ireier Aus,prache nach jeder einzelnen Vorlesung das Gehörte vertiefen. 1 I»