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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1918-02-28 · 1 (28.2.1918) · p. Seite 16

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
9 (1918)
Issue
1 (28.2.1918)
Date
1918-02-28
Page
Seite 16 (sequence 18)
Language
German
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— 16 — Gin Felbpoffbrief. . . . Tic schöne Hcjtprobc bet herrlichen Kran des jüdischen (fceiitre- •a: mir eine witkliche Freude bereitet. Besonders aber danke ich für die Zusendung der Sonder-Chanukanummer der »Mittleilungen" und spreche ,7i! dieser Stelle, tao&f aus dem Herzen eines jeden feldgrauen Verbandsruders heraus, Herrn Liegst. Schwarzcnberger, Stuttgart, für die groß uerzige Förderung des gelungenen Werkes meine volle Anerkennung ave Die Gabe war wahrlich das schönste Denkmal, das der Verband unseren aerallenen ftameroiben errichten konnte. Dank auch für.die »Liebesgabe" — das Wort weift schon aus de; Kern des Judentums hin — die Feldbibel. Aus ihr können 'wir wieder und iminei wieder .Reinheit, Wahrhaftigkeit und Herzensgüte irt höchster Voll mduug schöpfen und damit die tiefe Treue für Gesev und Sitte unserer Vät:r har manisch vereinigen. Gleichzeitig auch einige Worte an die Kamera cti in.! trauen Rock daheim und draußen: Lasset-uns, liebe Kameraden, die uns leider etwas spät, aber noc t red;! zeitig gereichten treuen Hände, die uns unentbehrlichen Schriften jüdischen Inhalts, ergreifen und im .Glauben unserer Väter gisdenken und ihnen al: ihre Jünger Nachfolgen. Lasset uns draußen und'auck'drinnen des Glauben«: zeitige Stärke Hochhalten, dann, aber nur dann, wennj wir von einer solche, Gesinnung getragen werden, müssen deren letzte und tiefste Wurzeln so viel Keime treiben, daß uns um die Zukunft unseres alten Judentums r icht z>: .langen braucht. Wenn wir alle ringen, daß wir irische, freie, fröhliche Juden.!irdische Charaktere werden, wird der alte jüdische Eichbaum auch fe nerhir. eft und unentwegt dastehen und kein Sturm und Wetter imstande sein, auch nur einen Zweig aus seinem Geäst zu brechen. Jüdische Treue sol unsei lücfbalt sein, indem wir mit Goethe sagen: »Nicht das macht frei, daß wir nichts über uns anerkennen wollen, sondern eben das. Laß wir etwas bei-- hren. das über uns ist. Denn lindem wir es verehren, heben wir uns zu dm hinaus/ , . Indem ich mich mit der Dcrbandsleitung einig glaube/ möchte ich zum Schlüsse meines Brieses noch eine Bitte gen Deutschland richten: Ihr, die Ihr habt daheim bleiben können, wie glücklich könnt Ihr sein, die eigentlichen Schrecken des Krieges nicht erfahren zu haben. O könntet Ihr es richtig verstehen, wie groß da draußen der Heißhunger der jüdischen Soldaten nach geistiger Kost ist und sein muß. doppelt würdet Ihr Reichen Hand und Herz öffnen, den Verband Lurch Zuwendung von Geldmitteln unterstützen. Der dem Verbände für sein Bestreben, uns alle mit der erforderlichen Rüstung zu versehen, gebühienüe Tank soll darin bestehen, daß wir alle an der Ausgabe Mitarbeiten, die er sich gestellt hat, und dem Ideal zustreben, das , ihm vorjck^vebt: Judentum und Deutschtum harmonisch ineinanderfließen zu lassen. I In diesem Sinne der Derbandsleitung ein kräftiges: Vivat floreat cre^cat! Unifrz. Bein. Mitglied des B. d. j. I.. Duisburg.

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