Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 8 (1917)
- Issue
- 6 (10.12.1917)
- Date
- 1917-12-10
- Page
- Seite 228 (sequence 68)
- Language
- German
- Belongs to
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.klingen natürlich mir in solchen .sllimatcn hat schaffen können, in denen dac Bedingungen den Menschen günstig, d. h. in denen die Wideislandskraft der Umwelt verhältnismäßig gering war. kann inan sagen, daß ruft mir der geistige Typus soziologisch interessant ist. Tenn wir haben recht eigentlich nur solche Rassen in. Äuge, die in einer menschluher .Kultur günstigen Umwelt diese viel mehr an sich, als sich an ge anaep.chl haben. Jedenfalls aber ist das Schlußcrgebnis des Prozesses eii-c sehr weitgebende Anpassung der inneren geistigen, und der äußeren Per» hältnisje. So ähnlich, daß von jeher die Historiker und Gcschichtsphilosophcn den einzelnen Böllern gewisse geistige Rasseneigenschastcn verliehen haben. Ho lange das ohne den Versuch geschieht, diese Eigenschaften aui weiter zurückliegende Ursachen zurückzusühren,' ist cs kaum mehr als ein etwa-? seinerer Trugschluß, den die Setzung einer quulitus oc* eiiliu daistellt. Es ist ein typischer Krei-stchluß, wenn man zum Beispiel d:e vorwiegend kriegerische Tätigkeit der Germanen ans einen „kriegerischen Geist" besteht, und dann aus diesem angenommenen Geist wieder ihre vielen Aeliden ableitet: oder wenn man die vielen Wanderungen der primitiven Rüsten aus ihrem „Wandergeist" erklärt, den man doch erst aus öen Wanderiingen erschlossen hat, oder wenn inan vom ..Handelsgeist" der Phönizier. Israeliten oder Engländer spricht, rl^o solche 'Geister spuken, verhüllt hie Wissenschaft ihr Haupt. Taniit 'oll aber etwa nicht gesagt sein, daß cs nicht die Ausgabe der Wissenschaft sein kann. Tnven auszuskellen. d. h. diejenigen geistigen Züge, die irgend eine Gruppe, eine Ration, ein Volk karbietet. zusanimenziifasten und zu „Bildern" zu ordnen, wie der Arzt die einzelnen Symptome einer .Krankbeit zu einem „Krankheitsbilde" ziisaminensaßt. ist'ur muß man stch darüber, klar sein, daß damit hier wie dort nicht der lebte, sondern der erste Schritt der Wissenschaft geschehen ist. der der Beichreibiing.- Tann beginnt erst die eigentlich wissenschaftliche Ausgabe. Zug auf Zug jenes Bildes'aui greifbare Ursachen zurückzusühreir. Wer hier ungeduld'g vor'chnelle Verallgemeinerungen unternimmt, idird fast unaii-:bleibl'ch in die ^rrr geben: i4 wird die eigentlich wichtigen Probleme schon in der Wurzel abschneiden. Ränientlich folgende Tenkiebler sind hier in der Regel begangen worden, vor denen ernstlich gewarnt werden imitz. Man war erstens geneigt, den zu einer bestimmten Zeit Vorgefundenen Tnvus einer Gruppe als k o n st a n t (dauerndl aufzusasjen. Tos ist der srebler aller bisherigen Rastentbeoric der Weltgeschichte, die auf die mit einem bestimmten leiblichen Tyvus angeblich unverlierbar verbundene geistige Ausstattung immer den Hauptnachdruck gelegt hat. Hie kam daber gar nicht dazu, sich das entscheidende Problem.auch nur zu stellen, ob dieser-Rastencharakter mdit vielleicht, statt der Schöpfer, das Geschöpf seiner Geschichte gewesen sei: und mußte infolgedessen auch >n der Prognose der künftigen Entwicklung zu nrindestens unbcgründeten, wenn nicht falschen Vorstellungen gelangen.