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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1917-11-01 · 5 (1.11.1917) · p. Seite 130

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
8 (1917)
Issue
5 (1.11.1917)
Date
1917-11-01
Page
Seite 130 (sequence 2)
Language
German
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— 130 — liebe für das Römertum und der Furcht vor dem Urteile der christ. lichen Außenwelt, die ihm nach seiner Ueberzeugung Mangel an Objektivitat vorwersen könnte, wenn er wagen würde, die Vorzüge der Juden, auch dort, fvo sie es verdienen, zu unterstreichen. Der rationalistische. oft durch i&ic einfache chronistische Wiedergabe der Ereignisse ermüdende Grundzug seiner Darstellung hat seine Werke nur für einen kleinen Gel« hrtenkreis lesbar gemacht, sie des Schwungs und der Begeisterungs ähigkeit beraubt; sie rochen allzusehr nach der Lampe der Studiwstube. sie botest auf einigen taufend Druckseiten viele kostbare Tetiils. wohl eine Bereicherung der Forschung, aber im Grunde genommen doch nichts anderes als eine mehr oder minder gelungene Zusaminenstellung des Tatsachenmaterials, getragen von dem-Grundgedanken, daß die Lehre Israels in vielen Einzelheiten überholt und reto mbcdürftig sei, daß der jüdische Partikularismus überwunden werdm müßte, und geleitet von dem Bestreben, den trüben Eindruck der jüdischen Geschichte möglichst zu idealisieren, die Leiden des jüdischen Volkes in milderem Lichte und nicht als ausschließliche Schuld seiner Feinde erscheinen zu lassen. Nichts, wa? den Leser zu packe i und begeistern, nichts, was ihm die Grandiosität des jüdischen Draistas vergegenwärtigen könnte, finden wir bei Jost, und Lieblosigkeit durchatmen jede Zeile, leicht, daß in einer Zeit, welche den Wert monographischer Detaildarstellung in der allgemeinen wie in der jüdischen Geschichte weit geringer cinschähte, als dies heutigen Tages geschieht, das Bedürfnis nach einem zusammenfassenden Gesamtüberblick über die Ereignisse der jüdischen Geschichte in allen Zonen auch lebhafter empfunden wurde, und der Versuch eines solchen Wagnisses seitens eines einzelnen Mannes relativ geringerem Mißtrauen begegnete, als dies bei uns, die wir die Schwierigkeiten, ja Unmöglichkeit dieses Beginnens kennen, der Fall s« in müßte. Und doch, was da aus der Werkstatt des bescheidenen Lehnrs Heinrich Graetz hervorging, der nach Jahren harter Prüfungen der Not und den Widerständen des Lebens mit eiserner Energie trotzend, in dem sicheren Hafen des eben gegründeten «Jüdisch-tkieologischen Seminars Fränkel'sche Stiftung" zu Breslau gelandet war, bedeutete keine Tutzendarbeit, sondern ein großartiges, künstlerisches Gemlilde, von sicherer Meisterhand geschaffen, das vordem und seither scincsstleichen nicht gefunden hat. Der vierte Band der Geschichte, der im Jahre 1853 als erster der Gesamtfolge erschien, rcchteine gewisse Kälti Man begreift

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