Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 8 (1917)
- Issue
- 4 (10.9.1917)
- Date
- 1917-09-10
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Milfdlungfen des Verbandes der jüdiscßen dugbndvereine DeutsdUands Heft 4 Berlin, 10. September 1917 g. Jaljrg. Inhalt: 3ur Plydjologie dir jüdischen reiertage.Seite 07 3ukunltsmunk. . »10t ein IDinterprogramm für kleine Ingen6oereine. »113 verdandr-Nachrichten. * Nnr unseren Vereinen.Seite 123 Versvnalnachrlchlen.. 126 Mitteilungen der tzeschüstrstelle..126 FörDererliße . . . i. „ 127 vncherspende . . .. „ 127 Zur Psychologie der jüdischen Feiertage. V Wenn einst die Psychologie des Judentums geschrieben wird, dann werden die jüdischen Feiertage ein wichtiges Kapitel darin bilden. Denn die Festtage gaben der Judenheit nicht nur religiös, sondern auch seelisch überhaupt ungemein viel. Ihre Stärke bestand darin, daß sich alle Schönheit und alle Seelentiefe in ihnen konzentrierte. Sie sind die Höhenpunkte des Lebens. In ihnen zeigt sich das Judentum, losgelöst von aller Schwere des Alltages, in sonniger verklärter und doch natürlicher Schönheit. I Festst ge sind Stunden voller Stimmung undj Weihe, in denen Körper n id Seele seiern, in denen der Mensch fich natürlich ausleben und gesunde Kräfte und Säfte in sich aufnehmen kann. Eine Stimmung läßt sich nicht künstlich schaffen, sondern sie kann nur aus dem Innern herausgeholt werden durch Auslösung vorhandener Gefühle, und sie müssen den Eigenheiten Rechnung tragen. Daher sind die Feste eines jeden Volkes, niögen sie auch gemeinsamen Ursprungs sein, anders in ihrer Gestaltung. Diese Festesstimmung kann nur erzeugt werden, stienn auf die Individualist t der Gemeinschaft, auf die Struktur des Lebens Rücksicht genommen wird.