Mannheim
Compact Memory

Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1917-05-01 · 2 (1.5.1917) · p. Seite 52

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
8 (1917)
Issue
2 (1.5.1917)
Date
1917-05-01
Page
Seite 52 (sequence 20)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/4926451-6352295-6352414--1259-4927360
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

üheii ^uDen iud)t. ,1*1-:' rrufitriit mir rbrnio mibcrechli.il lvie der erste psychologische Irrtüni bei Beginn des Zlrieges. Ans diesem-Gebiet, glaube ich, wird ein bedeutende-:' Wirknngsseld für die Jugend vereine liegen. Es ist richtig, wir haben augenblicklich nur einen Burgfrieden; wir können nicht damit rechnen, das; der ewige Frieden eintretcn wird. ES wird sicherlich schwere .stänipse gebe». Aber ich bin doch der Meinung, das; wir einer allmählichen Beisernng der Verhältnisse entgegengeben. Ich will nicht das Pro und .kontra im einzelnen ausspiuueu. Ich möchte mich auch hier nur ans einige Punkte beschranken. Aach meiner Meinung webt von oven ein anderer Wind, und das will in Deutschland viel besagen. Mir scheint, in leitenden .streuen wird anerkannt, was im Felde und daheim geleistet worden ist. Und wenn der Reichskanzler erst jüngst gesagt hat: Freie Bahn für alle süchtigen, ohne Rücksicht aus ihre politische und konfessionelle Zugehörigkeit, so bin ich der lleberzeugung, das; das ehrlich gemeint ist. Ein zweiter Gesichtspunkt: Wir sind während des strieges in gewissem Sinne aus dem Ghetto herausgetreten. Wir haben früher oft geraten, das; jeder von uns sachlich interessiert und ohne persönlichen Ehrgeiz in politischer, sozialer und anderer Organisation da Mitarbeiten solle, wohin ihn seine Rejgnng zog. Und wir begründeten das damit: Unsere christlichen Mitbürger kennen uns gar .nicht und diese Unkenntnis ist in vielen Fällen verhängnisvoll. Diese Ghettomauern sind im .Kriege grösstenteils gefallen, wir haben nickst nur ungezählte .stameradschasten draußen. wir haben auch das Zusammenwirken in allen WoblsahrtS- und Wohltätigkeitsbestrebungen, in unzähligen Organisationen, die während des strieges geschaffen worden und. Alle Funktionen werden in buntem Wechsel auSgeübt, und damit sind 'Tausende und Abertausende, von Be Ziehungen bergestellt. Wie unbedeutend sie auch im einzelnen sein mögen, die (stesamtbeit stellt doch ein grosses 3tiict erfolgreicher Arbeit für unsere Gleichstellung dar. Mit dein Winde, de^ von oben weht, und an diesen Bestellungen, die während des Krieges geknüvir'sind, muß weiter gearbeitet und gewirkt werden. Das; es,ans;erdeu> genug zu tun geben wird, sagte ick; schon: aber stampf nnd Arbeit sind ja unser Iabrbunderte altes Erbteil. Wir haben »ns vor dem striege zu solchem Tn» geschult und organisiert. Jetzt be isst's ans Werk gehen mit der im striege iiir alle, die sehen wollen,^ gewonnenen Erkenntnis: das; übe,- der Raste und der Stammes- und Glanbcnsgemeinschaft der Staat steht. Diesen Gedanken werden Oie, glaube ich, in sIhrer Arbeit immer wieder betonen »nd ,;»n|, Gemeingut un lerer Jugend und deS deutschen BolkeS zu machen haben! Vergessen Sie dabei auch die st leinarbeit, die jeder politische stampf erkordert. nicht. Helfen Sie mit, das; die statistischen Feststellungen, die vorsorglich während des strieges ausgenommen werden müssen, weil sie nachher nicht mehr vollständig gesammelt werden können, möglichst vollzählig Zusammenkommen. Weisen Sie auch in Ihren stressen ans die während deß strieges neu geschaffene Bernfsbcratnng-Sstclle hin, die, von eine», ausgezeichneten, gerade für dieses Amt hervorragend geeigneten Manne geleitet, für unsere soziale Schichtung wertvolle Dienste-leinen kann. k Lebhafter Beifall.t

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.