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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1917-05-01 · 2 (1.5.1917) · p. Seite 45

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
8 (1917)
Issue
2 (1.5.1917)
Date
1917-05-01
Page
Seite 45 (sequence 13)
Language
German
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— 45 — I (Seist und die Sprache unserer heiligen 3dnift," das wirkliche Wissen der jüdischen Geschichte und Literatur »inst wie vor 100 Jahren wie-, der Gemeingut aller werden, die sich zum „Höre Israel" bekennen,. Diese Erkenntnis ist. wie ich schon sagte, immer mehr in alle Kreise des Judentums gedrungen, war schon vor dem Kriege ein stets vor allem betontes Arbeitsgebiet der Jugendvereine und des Verbandes. „Durch Kenntnis zur Erkenntnis" war ein oft gebrauchtes Schlagwort derer, die in den Persammluugeu der Jugendvereine sür dieses Ziel eintraten. Aber ein großer Mangel trat immer wieder zu^Tage. Und die, die an leitender Stelle so überzeugend sprachen. - empfanden ihn mehr ncch als die Hörer. Es sehlte ihnen selbst das. wissenschaftlich e Rüstzeug. Natürlich, die ineisten von ihnen konnten hebräisch beten, die heilige Schrift im Urtext lesen (freilich ob auch die Propheten?», aberhver von ihnen allen „konnte" mehr, wer war je zu den Quellen der jüdischen Geschichte und Wissenschaft gekommen, wxr kannte beispielsweise aus persönlicher Beschäftigung auch Nur das Wichtigste aus dem Talmud? : Hand aufs Herz: Wer von den akadeniisch erzogenen Führern unserer jüdischen Korporationen, wer von den Leitern unserer Logen un > grasten jüdischen Äerbände hätte behaupten inögen, Last er an den Quellen der hebräischen Literatur und Geschichte so zu Hanse war und je gewesen war, wie an den Quellen der. eimischeu, griechischen ind deutschen Literatur und Geschichte? Dringende und gründliche Hilfe tut. n o t. Nur wenn hör allein die Führer des Judentums, die Leiter seiner Organisationen wirklich „jüdisch" Gebildete sein werden,.w.-rden sie in der Lage sein, den schweren .Kämpfen der nahenden Tage gewaffnct entgegenzugchen. Das Rüstzeug aber must ihnen in der großen Mehrzahl erst noch geschmiedet Werder und nur in methodisch wissenschaftlicher Wnse^kaun upd must das geschehen. Wirkliche , H o ch s ch n! l k n r s e", wie sie im letzten Jahrzehnt sich auf anderem Gebiet so vortrefflich bewährt haben, sind darum nötig. An Lelrern jüdischer Wissenschaft ist wahrlich kein Mangel und die finanziellen. Mittel werden" ebensowenig fehlen. — Es ist nicht.meine Slbjicht, über'die praktische Durchführung meiner Anregung mich zur Zjeit zu verbreiten, sie. darf auch Berufeneren überlassen bleiben. Wo ein Wille, ist ein Weg und der Weg dürfte nicht allzu schlver sein. Nurj ein Weckruf sollen meine Gedanken sein. Noch tobt der furchtbare Weltkrieg und. hält die Jugend und die Männer in Israel auf blutiger Walstatt fest. Aber schon jetzt i{tes hohe Zeit, die Sänften für die schweren inneren Zdämpfe nach dem Kriege zu schmieden, sic den Heinikehrenden entgegenzubriugen. Nur dann dürfen wir hoffen, auch aus dem inneren Kampfe siegreich'hervorzugehen und unser Judentum zu neuem Glanze zu führen, allen «lten und neuen Funden zum Trotz. ' . Im Felde. Licht e n b e rg. .

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