Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 6/7 (1916)
- Issue
- 3 (15.11.1916)
- Date
- 1916-11-15
- Page
- Seite 71 (sequence 5)
- Language
- German
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- 71 - gibt »nd sich von beftminitrn Gra< „wartskämpien. Denen man Diel zn viel Ewigkeitswert beilegt, beeinflniien fläsrt. er im gleichen Äugenbltd seine bedeutsame Nolle a»sgeiv>''t haben wird. (L'anhnnbmirrnde, Benoll.» ^lediglich eine durch umeie Schule gegangene Wenerntion verdingt m .Snfiinri ein geichlvi'enes Sluttietcn de? deutschen Judentuius. Und nie wo> deiien Einbeil notwendiger als heute! iStiiriiliicher Beaoll.l Noch nie ieblte uns io eine Gesomtoigoniiotion. die bermen ivore im Nonien ollei dentichen.Juden zu iprechen olle lebendigen xirotte desielben;n »ruchtbore, »nd gemeinioinei poiitivei Arbeit zu iommeln und sich der ichmochvollen. in dieser Zeit doppelt tr,Hingen onimemitiicheii Welle entg gen'iistellen. Tieie Weionit* o > goni > ot on in » ß eine d e r w i ch t i g st e n P r o g r o in >» - pnnkte d e > südlichen Jugendbewegung 'ein. < Stii r- Mischer Beifall.) Sehen Sie nur, welche Rolle das amerikanische J> dentiim zu übernehmen im Begriff ist, wie man dort Einfluß auf die Friedensverhandlunlgen zu gewinnen sucht, um die staatsbürgerliche Gle-.chberechtiguyg der unterdrückten Juden zu erstreben — wo ist has Instrument, das mit dem nötigen Nachdruck, getragen von der Liebe aller, iw Namen der deutschen Judenheit auftreten könnte? Wie will daS deutsche Judentum seine Mission in der Gesamtjudenheit erfüllen ohne Geschlossenheit, ohne die Betonung der gemeinsamen und -nicht lediglich der trennenden Aufgaben? Ich bin wahrlich der Letzte, der die wahre Gesinnung des deutschen Volkes, dessen Geschichte und Stellung in der Welt so seltsam parallel der jüdischen! ist, nach dem Verhalten antisemitischer Konventik-'l beurteilt. Aber was soll man sagen angesichts der traurigen Symptome, die uns! jener Beschluß des Haushaltsausschusses des Deutschen Reichstages gezeigt hat, der den angeblich jüdischen Drückebergern iü den Kriegsgesellschaften nachspüren will? Aus welche Motiven auch immer dieser Beschluß g:faßt sein mag — es ist dies etwas geradezu Entsetzliches! Darüber hilft kein Beschönigungs- Versuch Hinwegs Ich will hierzu weiter n chts sagen, als was der Abgeordnete Scheidemann gestern veröffentlichte: „Der Be-chluf der Budgetkommission des Reichstags vom IS. Oktober, die in den Kriegsgesellschaften beschä tigten Personen nach ihrer Religion feststellen zu lassen, erscheint mir als ein so ungeheuerlicher Berstoß gegen allesguteHerkommen und gegen die Grund scbe eines konsessionell neutralen Staats wxsen - , daß ich nicht verfehlen möchte, auch außerhalb deS Reichstages an jeder mir erreichbaren Stele aufs schärfste Verwahrung gegen ihn einzulegen. - Den St rat geht das religiöse oder nichtreligiöse Bekenntnis seiner Bürger nicht das allergeringste an. Nach meiner Auffassung hätte jeder Staatsbü rger das Recht sich die zudringliche ft rage nach seiner Kouielsion entschieden zr verb'tten und sie 'intet Umständen anb »nbeantworiei zu 'm'ieni Wenn die ln dm Kriegspesellichaiten belästigten Perie-rrn ohne Unlerichied der Konfession die Angabe ihres Petenni-"'einrach oer«